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Bohneneintopf auf Soliner Art

Zutaten. (für sechs Personen): ein halbes Kilo Bohnen oder 80 g pro Person, drei Liter Wasser, Sellerie, Petersilie, Knoblauch, Zwiebeln, Möhren, zwei Hände voll geschälte Tomaten, insgesamt 250 ml Öl, Dörrfleich oder etwas Ähnliches, ein Eßlöffel rote Paprika, zwei Eßlöffel Mehl 

Ach, tut das gut, sich mit Bohneneintopf vollzustopfen. Was meinen Sie? Es gibt nichts Besseres als Bohneneintopf, vor allem im Winter, so dass man sich richtig voll essen kann. Vielleicht hab' ich Ihnen das schon erzählt, aber Bohneneintopf hat mir nirgendwo so gut geschmeckt - außer natürlich bei Medo -, wie  der Bohneneintopf, den meine Mutter, wenn sie nach zwei Uhr von der Arbeit nach Hause kam, aus der Mensa von Dalmacijacement mitbrachte, wo sie in der Verwaltung arbeitete. Ach, was haben die dortigen Köchinnen guten Bohneneintopf gekocht. Nach einiger Zeit gab es ihn abe nicht mehr, als die Leute gelernt hatten, die Essengutscheine in mehr Portionen „Bohneneintopf“ umzuwandeln, konnte man ihn nur noch auf dem Betriebsgelände essen. 

Jedoch waren unsere Leute hier immer sehr einfallsreich, wenn's darum ging, wie man sich selbst das Leben angenehmer und bequemer machen kann, so auch meine Mutter und einige anderen Frauen. Sie nahmen nämlich ein Kilo Brot, höhlten das Brot aus, taten den Bohneneintopf da rein und trugen ihn so nach Hause. Nur war die Brotkruste in der Mensa hart, so dass man das machen konnte. Und zweitens denke ich am ersten Mai immer an Bohneneintopf. Das ist wahrscheinlich so eine Art Tradition, nehme ich an, dass man am internationalen Tag der Arbeit typische Arbeiternahrung isst. Da Medo und sein Team dieses Jahr zu diesem Anlass einen Riesentopf Bohnen gekocht haben, haben wir die Gelegenheit beim Schopfe gepackt, und das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden, und für Sie Bohnen auf verschiedene Weisen zubereitet. 
Zuerst haben die Köchinnen in der Küche des Restaurants Gašpić die Bohnen über Nacht ins Wasser gelegt, denn, je länger sie im Wasser lagen, desto besser sind sie, sagt Medo. Es wär' auch nicht schlecht, das Wasser mal zu wechseln, weil das Wasser von den Bohnen manchmal schleimig werden kann. 

- Ich koche sie langsam, wie Suppe  - sagt Medo. Für etwa sechs Personen sieht das Rezept wie folgt aus: wir geben die Bohnen in drei Liter Wasser, und zwar 80 g pro Person. Und dann kochen wir sie langsam, wei Suppe. In der Zwischenzeit schneiden wir den Sellerie, die Petersilie, den Knoblauch, die Zwiebeln und Möhren in kleine Stücke und geben sie zusammen mit Salz, Pfeffer und ein wenig Öl hinzu. Außerdem geben wir in die Suppe noch zwei Hände voll geschälte Tomaten dazu. Das ist die einfachste Weise, weil Sie sie dann sofort auch zerdrücken bzw. passieren. Danach muss der Eintopf ungefähr eine Stunde kochen. 
- In einem anderen Topf wird das Dörrfleisch gekocht, damit es nicht zu salzig ist, wenn es später in den Eintopf getan wird. Sie können rein tun, was Sie wollen: geräucherte Haxe, geräucherten Speck, hausgemachte Würste, Rippen oder Knochen vom Räucherschinken – fügt Medo hinzu. 

Nachdem wir das Dörrfleisch hinzugegeben haben, kochen wir alles zusammen noch etwa 20 Minuten, damit sich der Geschmack vereint. In eine Pfanne geben wir 150 ml Öl und dünsten 3 bis 4 klein gehackte Knoblauchzehen, danach geben wir zwei Eßlöffel Mehl hinzu, so dass alles eine dicke Masse wird, und dann geben wir noch einen Löffel rote Paprika wegen der Farbe dazu. Sollte die Masse zu dick sein, geben wir einen Schöpflöffel der gekochten Bohnen hinzu und dann kommt alles in den Topf mit den Bohnen und wird noch etwa zehn Minuten gekocht. Der Eintopf wird nach Wunsch gewürzt, d.h. wir geben Salz und Pfeffer dazu, so wie wir das mögen und in der Menge, in der wir es mögen – erklärt Medo. Sollte Sie von Bohneneintopf in dieser Form genug haben, können Sie Kartoffeln in kleine Würfel schneiden und hinzugeben oder auch Pasta. In den Bohneneintopf müssen sie nur Pasta rein tun und sie dort kochen, am besten Penne oder etwas Ähnliches. Wenn Sie größere Mengen Bohnen kochen, können Sie, bevor Sie die Mehlschwitze hinzugeben, einen Teil der Bohnen herausnehmen, und sie einfrieren oder Bohnensalat machen. Für den Bohnensalat müssen Sie Jungzwiebeln, wenn gerade deren Zeit ist, in kleine Stücke schneiden, und dann noch Olivenöl, Salz, Pfeffer und Essig hinzufügen, und wenn Sie wollen, können Sie auch noch ein wenig Kichererbsen reingeben, die vorher gekocht sein müssen.

Sollte bei Ihnen ein wenig Suppenfleisch übrig geblieben sein, was bei mir leider nie der Fall ist, weil nie etwas übrig bleibt, können Sie auch eine Bohnenmarinade zubereiten. Alles wird auf die gleiche Weise zubereitet, wie für den Bohnensalat, aber hier wird auch noch das in Stücke geschnittene Fleisch hinzugegeben, und um noch origineller zu sein, können Sie darüber noch ein wenig geriebenen Käse streuen. Und nach all dem kann ich nur noch „Guten Appetit“ und „Zum Wohl“ wünschen, weil ich nicht glaube, dass Bohnen ohne Wein passen. Ich hoffe, dass das Alles auch auf den Fotos schön zu sehen sein wird, die diesmal nicht von Jakov, sondern von mir gemacht wurden, weil unser Fotoreporter ein wenig die Welt erkunden und in Erfahrung bringen musste, wie in Amsterdam gekocht wird. Vielleicht wird er uns auch was Schönes erzählen können, wenn er zurückkommt. 

Aus dem Kochbuch „Und was koch' ich heute?“ – Aufzeichnungen aus Medos Küche (Medina kužina)

Text: Mia Sesartić, Rezepte: Zoran Kljaković Gašpić – Medo