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Die Geschichte der Stadt

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Eine Zusammenfassung der Geschichte der Stadt Solin zu schreiben und ihre wichtigsten Denkmäler zu beschreiben, ist zwar eine verlockende, jedoch gleichzeitig auch sehr verantwortungsvolle Aufgabe. Eines ist uns wohl bekannt: die Stadt Solin erlosch und verschwand am Ende der Antike und erstand nie wieder auf. Im Mittelalter befand sich das Stadtterritorium von Salona, der ganze ehemalige Ager, der in der Zeit vor dem Ende der Republik entstanden ist, zwischen drei wichtigen Zentren, die oft miteinander in Konflikt standen: die Städte Trogir und Split, sowie die Bucht von Kaštela, welche sich über eine lange Zeitspanne hinweg im Besitz von einflussreichen Familien befand, bevor es in die Hände der Türken fiel. All dies beeinflusste das Schicksal der ehemaligen Stadt Salona/Solin und ihrer Umgebung.

Name der Stadt

Der Name der heutigen Stadt Solin stammt vom römischen Urbonym Salona, das in der lateinischen Sprache in der Singularform  (Salona) sowie im Plural (Salonae) vorkommt. Die Form Salona erinnert an einige Namen von Städten, Flüssen und Bergen aus dergleichen Zeit – wie beispielsweise  Albona (Labin), Flanona (Plomin), Aenona (Nin), Scardona (Skradin), Narona (der alte Flussname ist in der heutigen Form Norin erhalten geblieben, während der Stadtname einfach verschwand), Promona (heute heißt dieser Berg Promina) – all diese Namen stammen von illyrischen Bezeichnungen für Siedlungen, Flüsse oder Berge. Daher lässt es sich nicht leicht erklären, warum der alte Name Salona sowohl in der Singularform Salona wie auch in der Pluralform Salonae vorkommt. Eine Erklärung dafür bot der Altertumsforscher Duje Rendić Miočević. Seiner Meinung nach würde sich die Mehrzahl auf das breitere Gebiet um Salona, also die Gegend beziehen, in der sich später die Siedlung Salona entwickelte.  Eine weitere Erklärung aus jüngerer Zeit stammt vom Archäologieprofessor Nenad Cambi. Doch zuvor müssen wir noch etwas ausholen!

Seit langer Zeit versucht man, den Standort der vor- und frühgeschichtlichen illyrischen Siedlung zu bestimmen. Es ist bekannt, dass in der ersten Hälfte des 1. Jahrtausends vor Christi – und vielleicht sogar schon früher – die illyrischen Delmaten Siedlungen auf Anhöhen unweit der Küste und um den Fluss Salon errichteten. Der Vergleich mit ähnlichen Lebensräumen und Bodengegebenheiten ergibt, dass sich diese Siedlung vermutlich auf einer Anhöhe, also einem Berghang befand. Den genauen Standort kann man jedoch schwer bestimmen, da sich die Bodenkonfiguration in der gesamten Gegend von Solin mittlerweile stark verändert hat. Ivan Marović, ein herausragender Fachmann für Vorgeschichte, geht davon aus, dass das damalige Salona auf einer Anhöhe bzw. an den unteren Bergkämmen der Massive Kozjak und Mosor gelegen war. Ähnliche Siedlungen, vor allem Wallburgen gab es zweifelsohne auch anderswo; sie erstreckten sich unter dem Pass Klis im Osten oder im Feld von Kaštele in Richtung Westen.

Die bisherigen archäologischen Forschungen der Wallburgen ergaben, dass es unterhalb des Klis-Passes einige befestigte Siedlungen (lat. Oppidum) gab, die unweit von einer Flussquelle auf den Hängen der umgebenden Berge gelegen waren. Eine dieser Wallburgen befand sich zweifelsohne unter der heutigen Festung (Klis), zwei auf dem Standort Markezina greda, und weitere auf den Gebirgskämmen Klis Kosa, Ozrina, Zagradina und Sv. Jure oberhalb der Jadro-Quelle. In der Ortschaft Uvodići südöstlich von Klis wurden an der Lokalität Gradina Überreste aus römischer Zeit gefunden: einige Wälle, eine Zisterne, eine in den Felsen eingemeißelte Inschrift, in der Jupiter gepriesen wird, alte Wagenspuren (lat. Spurillae), die von Gespannen stammen und sich tief in den Fels eingearbeitet haben. Oberhalb von Rupotine befindet sich die Fundstelle Žižina glavica, und unlängst wurde auch eine für die Geschichtsforschung bedeutende alte Siedlungsstruktur an der Lokalität Donja Rupotina am Osthang von Kozjak entdeckt. Unweit von hier fand man auf dem Gebirgskamm, den die alte Straße Solin–Klis überquert, mitunter auch die Reste einer großen Befestigungsanlage.

In seiner Interpretation der Überreste von illyrischen Siedlungen, die sich entlang des Bergkammes links und rechts von der Straße im Umkreis von 1 Kilometer in Richtung West-Ost erstrecken und über hundert Meter breit sind, bot Nenad Cambi eine interessante Erklärung für die Pluralform des Stadtnamens Salonae an. Unter Berücksichtigung der Deutungsansätze seiner Vorgänger stellte er fest, dass es sich um eine illyrische Siedlung oder Festung (Oppidum) aus dem 3. und. 2. Jh. v. Chr. handele, die es noch mehrere Jahrhunderte später gab. Dafür sprechen auch die Reste eines rechteckigen Bauwerks – vermutlich eines Tempels – aus der Zeit der späten Republik oder der frühen Kaiserzeit. Dieses  Oppidum war von einer sog.  Megalithmauer aus großen Steinblöcken umgeben. Cambi kam auf die Idee, dass alle diese kleinen, abgetrennt gelegenen vorgeschichtlichen Siedlungen, darunter auch dieses Oppidum in Rupotine, den gleichen Namen trugen und gerade daher die Ortsbezeichnung oftmals auch in der Mehrzahl Salonae vorkommt. Die alte Siedlung in Donja Rupotina befand sich unweit vom Fluss Salon auf einem der Hänge der umliegenden Berge. Eine der Siedlungen, die näher am Meer errichtet wurden, wurde später zum Zentrum dieses Gebiets. Es gab also mehrere Siedlungen namens Salona, die weit voneinander lagen, und sich von der Flussmündung bis zur Quelle unterhalb von Klis erstreckten, die alle mit demselben Namen bezeichnet wurden, der vom unweit gelegenen Fluss abgeleitet wurde. Die Mehrzahl Salonae ist also älter als die Singularform.

Man muss jedoch anmerken, dass die Pluralform Salonae über lange Zeit erhalten blieb, sodass man sie auch in vielen Schriftquellen vorfindet, beispielsweise bei dem heiligen Hieronymus (2. Hälfte des 4. Jhs. bis Anfang des 5. Jhs. n. Chr), bei Eutropius (2. Hälfte des 4. Jhs.), bei Prosper Tiro von Aquitanien (um 390. bis 426/8. n. Chr.), bei dem Geschichtsschreiber Marcellinus Comes (5.  Jh. n. Chr.) u. a.  Die endgültige Antwort wurde also noch nicht gefunden. Wenn wir Cambis Meinung folgen, müsste man noch eine Erklärung für die Verwendung der Pluralform in den bereits genannten zuverlässigen Schriftquellen aus der späten Antike finden.

Vorgeschichtliche Zeit

Die bereits erwähnten geographischen Vorteile zogen die Menschen in diesen Raum, wo sie sich niederließen und mit anderen Völkern und Stämmen nicht nur verschiedene Erzeugnisse austauschten, sondern es zugleich auch zu einem kulturellen Austausch kam. Es waren wahrscheinlich die gleichen Gründe, die sowohl Griechen als auch den illyrischen Stamm der Delmaten und später auch Italiker dazu bewogen haben, sich in dieser Gegend niederzulassen.

Die Annahme, dass dieses Gebiet bereits in der Frühgeschichte besiedelt war, beruht auf bescheidenen materiellen Resten der damaligen Kulturen, die einen Anhaltspunkt für die Ansiedlung der ersten Menschen bereits im Neolithikum (Jüngere Steinzeit) bieten, wonach diese Gegend kontinuierlich bis zur Entstehung der ersten Städte bewohnt war. Es gibt jedoch keine archäologischen Funde an einer bestimmten Lokalität, die uns Belege für das Bestehen einer Siedlung in dieser Zeit liefern würden. In der breiten Umgebung der benachbarten Stadt Split wurden jedoch überzeugende Beweise für die Ansiedlung der Menschen in der Frühzeit gefunden. Sie lebten damals in Höhlen der umliegenden Berge Kozjak und Mosor, unweit der Gebirgssattel oder entlang der alten Verkehrswege (Klis) und auf den Inseln (Brač und Hvar). Das heutige Solin ist also – wie auch die meisten Städte an der Adria – bereits in der Vorzeit entstanden.

Einige Gegenstände aus der Bronze- und Eisenzeit (Schmuck, Waffen), die im Umkreis von Salona gefunden wurden, sind illyrischer Abstammung, andere griechischer. Dies zeugt von den regen Handelsbeziehungen der illyrischen Urbevölkerung mit der hellenischen Welt  im Gebiet von Salona. Als Beispiel dafür sei ein kleines keramisches Gefäß (Pyxis) griechischer oder korinthischer Provenienz (aus dem 6. Jh. v. Chr.) genannt, das mit Tier- und Pflanzenmotiven verziert war, oder ein goldener Ohrring mit der Gestalt eines Eroten, gleichfalls griechischer Provenienz, der in Majdan unterhalb des Berges Mosor (4-2. Jh. v. Chr.) gefunden wurde. Griechische Erzeugnisse sind auf verschiedenen Wegen, mitunter auch entlang des Flusses Naron (Neretva) in das Landesinnere gelangt; so wurden einige Gegenstände (Waffen, Rüstungsteile und Schmuck) griechischer Abstammung auch an der Lokalität Glasinca bei Sarajevo gefunden, und in Lika einige Gegenstände aus Bernstein.

Neben bescheidenen archäologischen Funden zeugen auch einige Geschichtsquellen von den Kontakten der heimischen Bevölkerung mit griechischen Ansiedlern, sodass man sich anhand aller dieser Daten ein Bild über die frühen Epochen der Geschichte in Salona ausmalen kann. Aus jüngerer Zeit stammt die sog. Megalithmauer, die aus großen Steinblöcken im östlichen Teil der ersten Stadt neben dem Stadttor errichtet wurde, sowie ein großes  Kapitell mit Stierköpfen (dessen Bedeutung für die Bestimmung der Entstehungszeit der Stadt vor kurzem von Nenad Cambi erneut hervorgehoben wurde), das gewiss zu einem monumentalen Bauwerk aus der ersten Hälfte des 1. Jhs. v. Chr. gehörte. Ein solches Bauwerk konnte nur in einer bestehenden Stadt errichtet werden.

In welcher Epoche kam es also zum Aufschwung von Salona? Wann wurde sie zur Hauptstadt der Provinz? Auf diese Frage kann man mit großer Sicherheit antworten: in späthellenistischer Zeit, während der Ansiedlung der Griechen an beiden Seiten des adriatischen Meeres – an der kroatischen sowie an der italienischen Küste.

Die ältesten schriftlichen Zeugnisse findet man in Texten griechischer Schriftsteller aus klassischer Zeit.  Die Adria wird in den Mythen aus dieser Epoche, in den Werken der Dichter, Schriftsteller und Geographen sowie in Reiseberichten aus der Zeit der Gründung griechischer Kolonien am Mittelmeer erwähnt. Mitte des ersten Jahrtausends vor Christi Geburt kamen die Bewohner der ostadriatischen Küste immer öfter in Kontakt mit griechischen Händlern und Seeleuten, die zur Poebene auf der italienischen Küste reisten. Auf diesem langen Weg lag die Insel Vis auf halber Strecke inmitten der Adria, etwas näher zur Westküste, und war somit der ideale Ort für einen Zwischenstopp. 

Der Anfang des 4. Jahrhunderts war durch wichtige Ereignisse geprägt, die sich auf den Verlauf der Geschichte des Adriaraums insgesamt auswirkten: die Griechen aus Syrakus gründeten unter ihrem Herrscher Dionysios zuerst die Kolonie Issa (griechischer Name für Insel Vis) an der Stelle der heutigen Stadt Vis, in einer geschützten Bucht an der Südseite eines kleinen Berges, danach auch Faros (Pharos griechischer Name für die Insel Hvar) in der tief gegliederten Bucht der heutigen Stadt Stari Grad. Hierbei sollte erwähnt werden, dass auch die Gründung der Siedlungen Ancona und Numana auf der italienischen Westküste der Adria auf diese Zeit zurückgeht. Issa entwickelte sich inzwischen zu einer reichen Stadt,  die griechische Interessen an der Ostadria vertrat und sich auf das Festland ausdehnte, sodass vermutlich schon im 3. Jh. vor. Chr.  ihre Kolonien Tragurij (griech. Tragurion, heute Trogir) und Epetij (griech. Epetion, heute Stobreč) entstanden. Diese liefern uns eine weitere Bestätigung für zahlreiche Kontakte der Griechen mit der illyrischen Bevölkerung an der Küste und im dalmatinischen Hinterland. Damals erlebte auch der Handel seine Blütezeit. Im Zentrum dieses Gebiets lag das illyrische, delmatische Salona bzw. Salonae, das also keine griechische Stadt war, obwohl dort auch Griechen lebten!

Die Ortschaft Salonae, oder „longae Salonae“, wie sie vom römischen Dichter Marcus Annaeus Lucanus (39. bis 65. n. Chr.) in seinem Epos „Pharsalia“ genannt wurde, verdichtete sich zur frührepublikanischer Zeit an einer Lokalität. Diese nahe am Meer liegende Siedlung Salona beschreibt der griechische Geograph und Geschichtsschreiber Strabon (64. v. Ch. bis 19. n. Chr.) in seinem Werk „Geographica“ als einen wichtigen Hafen der Delmaten, von wo aus sie Zugang zum Meer hatten.

Römerzeit

In den letzten Jahrhunderten vor der Zeitwende wurde das Gebiet von Solin für römische Händler und daher auch für die Staatspolitk von Rom attraktiv, das seine Wirtschaftsinteressen schon länger auf den Balkan bzw. auf das reiche und weite Land der Illyrer ausdehnen wollte. Nachdem die Übermacht der illyrischen Könige Argon und Teuta in der Südadria zerschlagen wurde, die ebenso wie die Seeräuber von Neretva und Omisalj Jahrhunderte später die Seefahrt auf dem Weg von Italien nach Griechenland behinderten, begann der Vordrang der Römer nach Mazedonien im Süden und nach Veneto im Norden. Es wurde die Kolonie Aquileia gegründet, Istrien wurde erobert und das römische Heer drang bis nach Sisak (lat. Siscia oder Segestica) vor. Mitte des 2. Jhs. v. Chr. kam es gelegentlich zu Konflikten mit den Delmaten, die über 100 Jahre andauerten, sodass es erst dem römischen Kaiser Oktavian im Jahr 27. v. Chr. gelang,  die illyrischen Stämme der Japoden, Delmaten und Pannonier zu erobern und Illyricum in das Imperium einzugliedern. Diese große Provinz bestand aus zwei kleineren: Pannonien (im Landesinneren) und Dalmatien (Küstengebiet und Hinterland). Damals gewann Salona, das zu den größeren Städten in Dalmatien zählte. zunehmend an Bedeutung.

Im Laufe der Jahrhunderte ließen sich die Italiker hier nieder, sodass es bereits viele in Salona gab (hauptsächlich Händler, Seeleute und einige Handwerker), als der römische Feldherr Konsul Lucius Caecilius Metel im Jahr 119. v. Chr. beschloss, dort mit seinem Heer zu überwintern. Er brauchte nämlich einen sicheren Hort und freundschaftlich gesinnte Bewohner, damit sich sein Heer vor dem Frühjahrsfeldzug gegen die Illyrer ausruhen konnte. In diesem Jahr wurde  Salona erstmals in den Schriftquellen erwähnt.

Man geht jedoch davon aus, dass der römische Einfluss in Salona nach dem Sieg der Römer über die illyrischen Delmaten immer größer wurde, vor allem nach dem Krieg zwischen Gaius Iulius Caesar (dt. Gajus Julius Cäsar) und Gnaeus Pompeius (dt. Pompejus), in dem einige entscheidenden Schlachten auch an der Ostküste der Adria ausgetragen wurden. Salona stand damals auf der Seite des Siegers Cäsar. In seinem berühmten Werk De bello civili (Lib. III)  schreibt Cäsar unter anderem über die Feldzüge in der Gegend von Salona. Als Dank für die Loyalität im Krieg erhob Cäsar Salona vermutlich im Jahr 48-47 v. Chr. zur römischen Kolonie namens Martia Iulia Salona. Damals wurde in der Stadt der Einfluss der Griechen aus Issa schwächer, sodass Salona zur wahren römischen Stadt wurde, und zwar nicht nur formell, sonder auch was das Stadtbild und den Zivilisationskreis, zu dem sie gehörte, anbelangt.  Zum einen wurden Bauwerke wie das Forum, einige Basiliken und Tempel, Thermen, ein Theater und ein Amphitheater, die für eine römische Stadt bezeichnend waren, errichten. Zum anderen war das Leben in der Stadt damals auch durch römische Institutionen, Rechtsnormen, Verwaltungsbehörden, die römische Religion sowie römischen Kulte geprägt, die sich mit der Tradition der alteingesessenen Bevölkerung vermischten. 

Damals wurde das Feld von Split, Solin und Kastela in Flurstücke (Ager) geteilt, sodass im gesamten Gebiet auf Parzellen mit gleicher Fläche (lat. Centuriae) neue Einwohner angesiedet wurden. In den eroberten und eingegliederten Gebieten des Imperiums wurden solche Flurstücke von römischen Obrigkeiten an Veteranen oder Landarbeiter vergeben, sodass dort neue Veteranen- oder Agrarkolonien entstanden. Damals wurden in dieser Gegend viele neue Bewohner angesiedelt; auf diese Weise wurde auch die Halbinsel von Split und die Umgebung von Salona bevölkert, ebenso das westlich liegende Gebiet, das sich in Richtung Bijaći (römische Siedlung Siculi) und Trogir erstreckte, und im Osten die Gegend von Stobreč (griechische Siedlung Epetij) bis zur heutigen Ortschaft Primorske Poljice.

Zur Zeit der ersten Kaiser Augustus (27. v. Chr. bis 14. n. Chr.) und Tiberius (14. bis 37. n. Chr.) sowie des Statthalters von Illyricum Publius Cornelius Dolabella (14. bis 20. n. Chr.), wurden mehrere Straßen in der eroberten und befriedeten Provinz errichtet. Einige führten von Salona über den Bergsattel Klis in das Landesinnere: eine nach Andetrium (heute Muć) weiter in Richtung  Westen, die zweite über Tilurium (Trilja), die Brücke an der Cetina in Richtung Osten nach Narona (heute Dorf Vid bei Metković) und Zentralbosnien, und die dritte vorbei an Sinj über die  Kolonie Aequum (Čitluk) und von dort nördlich nach Pannonien. Zwei Strassen verliefen entlang der Küste: eine in Richtung Trogir und die andere nach Stobreč und die Gegend nördlich von Mosor (Zamosor) weiter in Richtung Osten. Neben diesen Hauptstraßen wurden auch zahlreiche kleinere Straßen gebaut, die bestehende Siedlungen im Hinterland miteinender verbanden. Dies war für die Entwicklung Salonas in den kommenden Jahrhunderten bedeutsam, das sich zu einer großen und einflussreichen Stadt entwickelte. Dieser Aufschwung war vor allem dem Hafen zu verdanken, der zu einem wichtigen Treffpunkt von Seeleuten wurde, die aus dem westlichen und östlichen Mittelmeer kommend die Adria durchquerten.

Erste Stadt

Die erste Stadt, oder genauer der Stadtkern des künftigen Salona, lag an der Meersküste. Hier kam es, vor allem im Hafen, zu den ersten Handelskontakten zwischen den Griechen aus der Kolonie Issa (heute Vis) mit den heimischen Delmaten. In Salona trafen Händler und Seeleute aus dem Mittelmeerraum auf alteingesessene Bewohner, und treiben Handel mit Waffen, Schmuck, Keremikgefäßen und anderen Gütern, die sie gegen Leder, Vieh, Nahrungsmittel und vermutlich auch eine Sorte Ziegenkäse  (Caseus delmaticus) eintauschten. Einen Beleg für diese ersten Kontakte und Handelsbeziehungen liefern uns bescheidene Überreste griechischer Keramik (aus dem 3. bis 2. Jh. v. Chr.), die unweit vom Forum und an der Lokalität Manastirine gefunden wurden.

Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Abhandlungen über die erste Stadt, ihren Stadtkern und ihre Form. Der dänische Archäologe Ejnar Dyggve bezeichnete sie bildhaft als Urbs vetus, Urbs antiqua (alte Stadt) oder Urbs Graeca. Duje Rendić Miočević nannte sie urbs quadrata, inspiriert vom Mythos über Romulus Rom. Die westlichen Randgebiete der Stadt bezeichnete Dyggve als Urbs occidentalis, und den östlichen Stadtrand nannte er Urbs orientalis. Alle diese Bezeichnungen sind eher bildhaft und sind auch historisch nicht belegt. Sie wurden vor allem aus praktischen Gründen gewählt, um eine wissenschaftliche These zum Ausdruck zu bringen, für die es nur unzureichende historiographische, archäologische oder sonstige Beweise und Begründungen gibt. Deswegen darf man ihnen bei der systematischen (wissenschaftlichen) Auslegung der archäologischen Funde keine allzu große Bedeutung zumessen. Viel wichtiger und schwieriger ist es, eine Erklärung für die Beziehungen zwischen der illyrischen, der griechischen und der römischen Bevölkerung in Salona und ihr Zusammenleben in der Stadt zu finden. Schon die Bezeichung der Stadt in der Einzahl oder Mehrzahl (Salona und Salonae, Solin und Solini) und der Status der Stadt (oppidum civium Romanorum, danach conventus Salonarum – also die Bezeichnung im Plural) stellt die Wissenschaftler noch vor zahlreiche Rätsel.  Denn jeder der Deutungsansätze wies bislang Lücken auf, die man anhand der bestehenden Erkenntnisse nicht leicht ausfüllen konnte.  Dennoch ist ein jeder Deutungsansatz willkommen, der uns ein Stück voran im Sinne einer endgültigen Interpretation bringen würde. Die Epoche der römischen Kaiserzeit (letztes Jahrhundert vor der Zeitwende), in der die Stadt bereits ihre Form angenommen hatte, eröffnet weniger Fragen. Denn aus dieser Zeit bestehen zahlreiche Schriftquellen über Ereignisse, die uns – im Gegensatz zur noch nicht gänzlich erforschten Frühzeit – eine präzise zeitliche Datierung ermöglichen. Ein Beispiel dafür ist eine stark beschädigte Inschrift, die in Salona gefunden wurde, das sog. Reskript aus Salona, ein Erlass Cäsars, der damals Statthalter von Gallien und Illyricum war, aus dem Jahr 56, in dem er die in Salona lebenden Griechen in Schutz  nahm, da sie durch die Vormacht der immer zahlreicheren römischen Bevölkerung gefährdet waren.

Forma urbis

Der älteste Stadtteil, der – wie bereits erwähnt – anschaulich urbs vetus, urbs quadrata, urbs antiqua oder urbs Graeca genannt wurde und am Hafen lag, entwickelte sich im Laufe der Zeit zum eigentlichen Zentrum der Stadt und wurde durch eine Stadtmauer befestigt.  Zur frühen Kaiserzeit (erste Hälfte des 1. Jhs. n. Chr.) oder etwas später bekam der Hauptplatz seine Gestalt, und kurz danach wurde das Forum mit dazugehörigen Gebäuden (Kapitol mit Tempelanlagen und Curia) und etwas südlicher das Theatrum errichtet, während im westlichen Teil etwas fernab vom Stadtkern ein Amphitheater entstand. Salona war schon damals zum Verwaltungszentrum der Provinz Illyricum bestimmt. Diese erste Stadt, das künftige Zentrum des großen Salona (oder Salonae), wies einen trapezförmigen Grundriss auf und war von einer Stadtmauer umgeben, deren Reste heute noch an einigen Stellen sichtbar sind. Zur Stadtmauer gehörte auch der rechteckige Wehrturm nördlich vom monumentalen Stadttor Porta Caesarea, und sie verlief vermutlich weiter südlich bis zum Meer und umfasste auch den Stadthafen, der von der Festlandseite durch zwei Stadtmauern im Osten und im Westen geschützt war. Von der westlichen Stadtmauer ist nichts übrig geblieben.

In der ersten Stadt gab es zwei Hauptstraßen, davon verlief die eine in Richtung Ost-West (lat. Decumanus), und die andere in Richtung Nord-Süd (lat. Cardo). Wahrscheinlich stammen sie noch aus früherer Zeit, sodass sie später in das Stadtbild und den bestehenden Straßenraster einverleibt wurden. Salona war nämlich keine neue Siedlung, die planmäßig ausgebaut wurde, sondern entwickelte sie sich auf bereits bebautem Raum. Daher wurden im Zuge ihrer Ausdehnung - vor allem im 1. und 2. Jh. n. Chr. - zuerst die nahe liegenden Gebiete entlang der Straße, die aus der Stadt in Richtung Ost und West führte, erschlossen. So wurden auch die bestehenden städtischen Friedhöfe entlang dieser Straßen überbaut, sodass der Stadtgrundriss eine unregelmäßige Form aufwies. Später, als auch diese neuen Stadtteile eingefriedet wurden, errichtete man einige Nebentore im nördlichen, nordöstlichen und westlichen Teil der Stadt, die von Archäologen im 20. Jh. Porta suburbia (Vorstadttor), Porta Andetria (Tor von Muć, da sie in Richtung Andetriumu bzw. dem heutigen Muć  führten) und Porta capraria (Ziegentor, das ins freie Feld führte) im Einkleng mit dem Namen der beiden Haupttore (Porta Caesarea und Porta Graeca) benannt wurden.

Zur frühen Kaiserzeit bestand kein Bedarf nach einer Befestigungsanlage, da damals die Pax Romana  noch in Kraft war, sodass die Stadt erst in der 2. Hälfte des 2. Jh. n. Chr. während der Herrschaft von Mark Aurel (121 bis 180 n. Chr.) befestigt wurde. Zur Zeit der Markomannenkriege (166 bis 180 n. Chr.) bzw. um das Jahr 170 drohte nämlich die Gefahr, dass germanische Stämme der Quaden und Markomannen noch tiefer in das Gebiet des Imperiums vordringen. Auch die Gegend von Salona war damals bedroht, sodass man eine neue Mauer rund um die Siedlung errichten ließ. Davon zeugen auch in Steinplatten eingemeißelte Inschriften, die an der westlichen Außenseite der Stadtmauer unweit der sog. Porta Andetria gefunden wurden. Die Stadtmauer wurde im Laufe des 5. Jahrhunderts ausgebaut sowie stellenweise ausgebessert und verstärkt, da zur jener Zeit Salona durch den Andrang der Hunnen und Goten  sowie Justinians Eroberung von Dalmatien im 6. Jh.  erneut gefährdet war.

In der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts, während der Herrschaft des Kaisers Diokletian (284 bis 305 n. Chr) erlebte die Stadt ihre größte Blütezeit. Diokletian stammte vermutlich aus dieser Gegend, und ließ daher unweit von Salona seinen berühmten Palast errichten. Von diesem großen Bauvorhaben profitierte zweifelsohne auch Salona. Kaiser Diokletian nimmt in der Geschichte einen einmaligen Platz ein, da er seinerzeit eine tief greifende Verwaltungsreform einleitete. Er führte ein neues Herrschaftssystem, die sog. Tetrarchie ein, das vier Herrscher im Kaiserrang vorsah: zwei Seniorkaiser mit dem Titel Augustus und zwei Juniorkaiser mit dem Titel Caesar. Durch diese Dezentralisierungsmaßnahme stärkte er die Position einzelner Provinzen, und verhalf durch die Errichtung seines Palastes neben Salona, wenigstens indirekt der Stadt, die nun zum Zentrum eines großen Gebietes wurde, zum Aufschwung. Damals trug Salona den Ehrentitel Valeria nach dem Familiennamen des Kaisers. Die Präsenz des Kaisers im Palast, wo er ein ganzes Jahrzehnt verbrachte,  wirkte sich zweifelsohne positiv auf die weitere Stadtentwicklung aus.

In Salona wie auch im Palast von Split (lat. Spalatum), der zu den staatlichen Besitztümern zählte, hielten sich nach Diokletian zeitweise auch andere Kaiser und Angehörige der Kaiserfamilie auf: Galla Placidia, ihr Sohn Valentinian III. sowie der Kaiser Glycerius. Der Patricius Marcellinus aus Salona rief  sich im Jahr 461 zum König von Dalmatien aus, und sein Sohn (oder Neffe) Julius Nepos regierte als Kaiser bis 480, als er in seinem „Sommerhaus“ (oder Villa, wie vom Chronisten berichtet wird, womit wahrscheinlich der Diokletian-Palast gemeint war) ermordet wurde. So überdauerte er das Weströmische Reich,  das formell bis 476 bestand, bis es von Odoakar aufgelöst wurde. Salona leistete auf diese Weise einen wichtigen Beitrag zur Weltgeschichte. Die Stadt war damals nach den neuesten städtebaulichen Standards gestaltet, was der Staats- und Kirchenelite ein angenehmes Leben ermöglichen sollte. 

Wie viele Einwohner lebten während der Blütezeit in Salona?

Auf diese Frage, aus man den Wunsch heraushören kann, die Bedeutung und den Einfluss der Stadt noch mehr zu unterstreichen, können wir nur bedingt eine Antwort geben, da die Kriterien für die Bestimmung der genauen Einwohnerzahl eher unzuverlässig sind. Die Bewohnerzahl wurde auf 40.000 bis 60.000 geschätzt, und beruht auf der vermuteten Zahl der Sitzplätze im Amphitheater, der Kapazität des Aquädukts, der von der Stadtmauer umgebenen Fläche (cca. 500 Hektar) usw. Diese Ziffern sind nach unserem Dafürhalten weitaus übertrieben. Aus der Zahl der Sitzplätze im Amphitheater allein kann man nicht auf die Einwohnerzahl schießen, da gewiss auch die Bewohner aus der Umgebung die dort stattfindenenden Vorstellungen besuchten. Wir gehen davon aus, dass in der Stadt selbst 15.000 bis höchstens 20.000 Einwohner lebten, und in den umliegenden Gebieten von Podstrana bis Trogir einschließlich der Halbinsel von Split vielleicht noch weniger.

Salona - Spalatum

Etwa fünf Kilometer südlich von der ersten, Italo-Griechischen bzw. Illyrischen Stadt Salona, lag, geschützt in einer Bucht, die Siedlung Spalatum. Sie wurde auf der alten Landkarte Tabula Peutingeriana verzeichnet, die höchstwahrscheinlich auf Grund von einer anderen, älteren Landkarte aus dem 1 Jh. nach Christus im 4. oder 5. Jh. entstanden ist.

Auf dieser Landkarte waren die Straßen innerhalb des römischen Reiches abgebildet. Im weiteren Umfeld der heutigen Stadt Split, waren Tragurium (Trogir), die Siedlung Siclis – Siculi (heutzutage Bijaći am östlichen Rande des Feldes von Trogir und westlichen Rande des  Feldes von Kaštela), sowie die Ansiedlungen Salona und Epetion (Stobreč) verzeichnet. Der berühmte Diokletianpalast ist darauf noch nicht zu finden, was daraufhin hindeutet, dass das Original nach dessen Vorbild Peutingeriana entworfen wurde, sehr alt war.

Noch vor der endgültigen Befriedung des Illyrikums und damaliger Bevölkerung durch die Römer, wurde, wie wir bereits erwähnt haben, zur Zeit des Julius Gaius Caesar (ca. von 101 bis 44 vor Christus) die Einteilung des heutigen Feldes von Split, Solin und Kaštela in die sogenannten Zenturien vorgenommen. 

Diese Einteilung kann heute noch in vielen Teilen des Feldes von Kaštela verfolgt werden. Auch die Ausrichtung von manchen Straßen in Split zeugt noch immer davon, wie ZB. die Zrinsko-Frankopanska, Vukovarska, Zvonimirova, Poljička und Matije Gupca Straße, sowie manche andere, kleinere und kürzere Straßen, an Hand von welchen auf dem Straßenraster die altrömische Parzellierung noch immer erkannt werden kann.

Bis zum Zweiten Weltkrieg konnte man diese Einteilung noch leichter in der Natur erkennen, während eine Reihe von verschiedenen archäologischen Funden davon zeugt, dass hier einst  Häuser und  Friedhöfe waren und dieses Gebiet dicht besiedelt war. 

Der Hafen von Salona

Wie viele andere Städte an der Küste, so war auch Salona auf den Handel zwischen dem Meer und dem Hinterland ausgerichtet. Ähnlich war die Lage in anderen Städten an der Ostadria, wie ZB in Narona.  Historische Umstände führten dazu, dass Salona eine wichtige Seemacht wurde. Während der griechischen Herrschaft übte die Stadt Isa, welche auf Grund von ihrer zentralen Lage im mitteldalmatinischen Archipel dazu gerade prädestiniert wurde, diese Rolle aus. Isa befand sich jedoch auf einer Insel, und als solche war sie nicht direkt mit dem Hinterland und dem Rest von Balkan verbunden, was für die damalige Wirtschaft und die politisch-strategischen Ziele Roms, von äußerst großer Bedeutung war.  Die alten Griechen bräuchten für ihren Handel mit dem nahe gelegenem Festland nur wenige Außenstellen, darunter Trogir und Stobreč und natürlich, den Hafen von Salona.

Gerade dieser Hafen an der östlichen Seite der geschützten Bucht,  setzte die Entwicklung der Stadt in Gang, anfangs durch den Handel, und in späteren Jahrhunderten durch den Austausch von Menschen, Weltansichten und unterschiedlichen Religionslehren. Die Lebensspuren der vergangenen Zeiten sind jedenfalls sehr reich und sie beruhen fast ausschließlich auf den archäologischen Funden. Dabei handelt es sich meistens um  Alltags- und Sakralgegenstände und verschiedene Schriften, wie ZB. Grabinschriften mit Personen- und Ortschaftnamen. Darüber hinaus, wirft dieses Repertoire von verschiedenen Funden das Licht auf das geistliche leben der Salonitaner auf, vor allem in Bezug auf die sepulkrale Dichtung, welche sich oft von Christentum inspirieren ließ. 

Heutzutage ist es schwer zu bestimmen, wo die wichtigsten Hafeninstallationen, Anlegeplätze, Arsenale und Lagerhäuser einst lagen. Manche befanden sich unweit von Vranjica, wo heutzutage große Ölspeicher  stehen! Auf der Nordseite der Bucht, Richtung Solin, waren Lagerhäuser, die im Laufe der Forschungen 1986/88. entdeckt wurden. Höchstwahrscheinlich gab es sie aber auch an anderen Stellen, wie ZB. an der Ostseite nahe der Mündung des Flusses Salon, dessen Delta damals wesentlich  anders aussah. Zu jener Zeit mündete der Fluss ins Meer anders als heutzutage und man darf es nicht vergessen, dass er damals auch durch den östlichen Stadtteil verlief.

Der Hafen von Solin, um den kroatischen Namen der Stadt zu verwenden, war wirtschaftlich sehr bedeutend auch später im Mittelalter. Es ist sehr wahrscheinlich, dass er den Herrschern von Klis den Zugang zum Meer bot. Davon zeugen auch die Angaben in einer Urkunde, welche aus dem Jahr 1171. stammt und in welcher, neben  anderen angesehenen  Persönlichkeiten, auch Vilcodrug nauclerus Clissae, bzw. Vukodrag – der Kapitän eines Bootes aus Klis, erwähnt wird. Der Hafen behielt seine wichtige Rolle auch später, und zwar besonders zur Zeit des Kapitäns und Fürsten von Klis, Petar Kružić, der gegen die Türken kämpfte. Er spielte eine wichtige Rolle bei der Versorgung des Militärs, welches sich in der  Festung von Solin (Gradina) aufhielt. Es ist allgemein bekannt, dass Kapitän Kružić gerade in diesem Hafen bei einer Schlacht ums Leben kam, als sein Schiff, auf welchem zu viele flüchtende Soldaten waren strandete und von den Türken angegriffen wurde.

Frane Božičević Natalis (1469. -1542.), ein Zeitgenosse des Fürsten Kružić und ein Freund des berühmten Dichters Marko Marulić beschrieb mit folgenden Worten den Hafen von Solin: "Unterhalb vom Berg Klis, liegt eine beständige Stadt mit ihrem Hafen, der alle Flotten dieser Welt empfangen kann. Darin schaukeln die Boote, während davorliegende  Inseln das bedrohliche Meer beschwichtigen. Hier bedarf es keiner Seile und keinen rettenden Anker für die ruhebedürftigen Schiffe. Daneben mündet der Fluss Jadro unauffällig ins Meer. Sollten die Türken diese Gegend erobern, so wird Rom von den Barbaren  heimgesucht". Diese und andere Hilferufe, welche auf seine Zeitgenossen und den Papst in Rom gerichtet waren, fanden keinen Widerhall. Die Gleichgültigkeit des Intellekts und des Geistes war in der Renaissance sehr ausgeprägt und man war indifferent gegenüber den Bitten der gefährdeten Völker. Das Schicksal dieser Gegend und ihres Beschützers, des Kapitäns Petar Kružić wurde von seiner weiteren Umgebung gar nicht wahrgenommen.

Das Christentum in Salona

Die ersten archäologischen Funde, welche auf das Christentum hinweisen, stammen in Salona, wie auch in vielen anderen Städten am Mittelmeer aus dem Ende des 3. Jahrhunderts. Heutzutage stellt sich noch immer die Frage, wann diese neue Religion, die Erlösung versprach, in die Stadt, bzw. nach Dalmatien kam. Viele Wissenschaftler haben versucht,  eine Antwort darauf zu geben, so etwa unser F. Bulić vor ca. hundert Jahren, aber auch B. Gabričević, N. Cambij und andere, angesehene Wissenschaftler aus dem Ausland, unter welchen J. Zeiller, H. Delehay und E. Dyggve besondere Aufmerksamkeit verdienen. Verschiedene Meinungen der älteren Wissenschaftler können heutzutage durch neue Erkenntnisse und Funde ergänzt werden, doch, es ist mit keinen wesentlichen Veränderungen zu rechnen.

Wir haben ein paar Ergänzungen vorgenommen und sie zur folgenden Geschichte  zusammengefasst:

In der zweiten Hälfte des 3. Jh. lebten in Salona, wie auch in vielen anderen großen und dicht besiedelten Städten jener Zeit, Bewohner unterschiedlicher Herkunft, sowie verschiedene Religionslehrer und Kultführer. Unter denen waren auch die christlichen Priester. Das Christentum hatte ab der 2. Hälfte des 3. Jahrhunderts immer mehr Nachfolger in der Stadt. Die Zuwanderer kamen hauptsächlich aus dem Mittelmeerraum, sowohl von der Ostküste, aus der Türkei, Jordanien und Israel, wie auch aus Ägypten, Nord Afrika und Spanien. Sie übten verschiede Berufe aus und hatten verschiedene Lebensansichten. Sie waren Händler,  Reisende, Handwerker, Sklaven, Soldaten und Lehrer. Unter denen lebten auch Vertreter der orientalischen Kulten, die Gottheiten wie Mithras, Isis, Attis, Kybele usw. verehrten. Es ist daher völlig verständlich, dass es in dieser bunten, vielschichtigen Welt auch christliche Priester gab.

Was erfahren wir aus den geschichtlichen Quellen?

In dem Brief an die Römer schreibt der Apostel Paulus unter anderem folgendes: Auf diese Weise habe ich von Jerusalem bis hin nach Illyrikum und weit darüber hinaus die Heilsbotschaft Jesu Christi in ihrem ganzen Umfang verkündigt.20 Dabei betrachte ich es als Ehrensache, die Heilsbotschaft nicht an den Orten zu predigen, wo der Name Christi bereits bekannt war. Ich wollte nämlich da nicht weiterbauen, wo andere schon den Grundstein gelegt hatten. 21 (Rom., 15, 19). Aus anderen seiner Texte geht hervor, dass Paulus bei seiner dritten Reise in den Ostmittelmeerraum die Grenzen des Illyrikums oder den sogenannten westlichen Teil der balkanischen Halbinsel, erreicht hat. Man kann auch mittelbar schließen, dass manche seiner Nachfolger in Dalmatien predigten. Der Apostel Paulus schrieb nämlich im Jahr 67. einen Brief an Timotheus, in dem er ihn in seine Stadt einlud, da seine Nachfolger in verschiedene Weltgegenden verreist waren und „Titus in Dalmatien war“ (Tim., 2, 4, 10).

Anhand von diesen bescheidenen Daten, denn es gibt keine anderen, kann man schließen,  dass christliche Missionare auch hier, in Illyrikum tätig waren. Mehr darüber wissen wir jedoch nicht. Zu jener Zeit, und danach, im 1. und 2 Jh. gab es  sowohl an der  Ostadria als auch tiefer im Hinterland keine größeren Städte oder Handels- bzw. Verkehrszentren mit kosmopolitischen Merkmalen, wo verschiedene Menschen und Ideen  aufeinander treffen würden und neue Gedanken und Lehren unter der heterogenen Bevölkerung entstehen könnten. Fast ganzes Illyrikum und natürlich auch Dalmatien waren zu jener Zeit für die christlichen Priester nicht besonders anziehend.

Die ersten zuverlässigen Angaben über den christlichen Glauben in dieser Gegend gehen in die zweite Hälfte des 3. Jahrhunderts zurück. Zahlreiche Daten stammen jedoch aus dem Ende des 3. und dem Anfang des folgenden Jahrhunderts als massenweise Christenverfolgungen durch den Kaiser Diokletian veranlasst wurden. Es ist natürlich nicht auszuschließen, dass es in Dalmatien, bzw. um noch konkreter zu sein, in Salona, auch vor dieser Zeit, daher, schon vor der zweiten Hälfte des  3. Jahrhunderts Christen gab, die sehr lange in einer toleranten Welt Schulter an Schulter mit den Heiden lebten. Vielleicht waren sie bereits die Nachfolger des Christentums, organisiert in örtliche  Christengemeinden.  Dies kann jedoch an Hand von keinen konkreten Zeugnissen nachgewiesen werden; weder in Salona noch in  anderen Gegenden des Mittelmeerraums. Einzelne Symbole und Zeichen des Christentums, die hier entdeckt wurden, sind kein ausreichender Beweis dafür, dass es hier eine  geordnete Christengemeinschaft gegeben hat.  (communitas, Kommune, Gemeinde) wie sie von Gläubigen und Nachfolgern der Christenlehre sonst in anderen Städten gegründet und gegliedert wurden. An der Spitze dieser Gemeinden war Episkope (Verwalter, Aufseher), unterstützt durch die Presbyterianer (die Älteren) und Diakone (Diener, Helfer). Diese Struktur bildete sich vor allem zu Beginn der Christenverfolgungen heraus, als Predigen über die Christenlehre gleichzeitig ein Zeichen von Widerstand und Trotz waren und Selbstopferung als Treue und Glaube gedeutet wurde.  Besonders hoch gehalten wurden die christlichen Werte wie Hilfsbereitschaft, Liebe, Verständnis  für andere Menschen,  Mitleid und Wohltätigkeit. Die Angehörigen der Ortsgemeinde brachten in ihrem Alltagsleben diesen  Grundpostulaten eine große Wertschätzung entgegen. Besonders großes Ansehen in den christlichen Gemeinden hatte zur späteren Zeit auch der Bischof der Hauptstadt der Provinz, wie ZB. der Metropolit von Dalmatien in Salona.  Diese und andere kirchliche Würdenträger bildeten allmählich die mächtige und reiche Kirchenhierarchie, eine immense moralische und materille Macht, auf welcher viele Jahrhunderte des Mittelalters gründeten und strukturiert wurden. 

Die letzte Verfolgungswelle erfasste zahlreiche Gemeinden in Dalmatien wie auch andere Teile des Illyrikums. Die meisten Prediger waren in Salona, der Hauptstadt der Provinz, tätig. Aus diesem Grund kamen Verfolgungen in der Hauptstadt besonders häufig vor, was  auch in  der Geschichtsliteratur und örtlicher Tradition dokumentiert blieb.  Unter den ersten Vertretern des Christentums war auch  der berühmte Venantius, der allem Anschein nach, aus Rom nach Dalmatien und Panonien geschickt wurde, um hier zu predigen. Zur Zeit des Kaisers Valerius (253.-260.), so meinen Wissenschaftler, wurde er zum ersten Bischof von Salona gewählt. Vielleicht predigte er auch in Narona, einer damals genauso wichtigen Stadt, bzw. einem Hafen an der Ostküste, der damals gute Verbindungen zum Landesinneren pflegte.  Obwohl wir über Venantius nur wenig wissen, war er einer der wichtigsten Glaubensbooten jener Zeit. Er wurde jedoch in der kirchlichen Historiographie nur selten erwähnt, denn die Kirche von Split musste anderen Kirchen und vor allem jener in Zadar zuerst ihren gleichberechtigten Status beweisen. Während der Herrschaft des Kaisers Valerius  (253.-260.) konnte die neue Religion  ziemlich frei gepredigt werden. Erst am Ende seines Lebens begannen die Verfolgungen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass zu dieser Zeit auch Venantius (zwischen 257. und 260.) bei einer der ersten Prosekutionen in Dalmatien umgebracht wurde.

Die christlichen Prediger in dieser Gegend waren vor allem zur Zeit des Kaisers Diokletians heftigen Verfolgungen ausgesetzt: in Salona waren dies Domnius, Anastasius, der Priester Asterius, der Diakon Septimium, sowie vier Soldaten aus der Kaisers Garde (Antiochianus, Gaianus, Paulinianus und Telius). Der Bischof Domnius (kroat. Dujam) war der Vordermann und wichtigster Vertreter der Märtyrer, aber auch der christlichen Gemeinschaft in Salona. Eine Legende und geschichtliche Quellen, die daran anknüpfen, weisen darauf hin, dass er ursprünglich  aus Antiochia in Syrien kam. 

Das Christentum affirmierte sich wesentlich stärker in allen Städten der römischen Welt nach dem Edikt (Befehl) des Kaisers Galerie, das 311. in Serdica (Sofia) erlassen wurde, und das Christentum zum ersten Mal zur anerkannten Religion erklärte. Ein bisschen später,  im Jahr 313. wurde das sogenannte Edikt von Mailand, bekannt auch als Mailänder Toleranzedikt verkündet, in welchem die Kaiser Konstantin und Licinius den Status der Christen definierten. Nämlich, dieses Edikt brachte den Christen die vollkommene Gleichberechtigung gegenüber anderen Religionen. 

Die Würdigung der Märtyrer, die als Pioniere des christlichen Glaubens betrachtet wurden, breitete sich immer stärker aus, was vor allem durch den Bau von Memorialstätten, Oratorien - Kapellen, und danach auch Basiliken auf deren Gräbern, zum Ausdruck kam.  Viele ausgezeichnete Beispiele dafür wurden gerade hier in Salona entdeckt.

Die alte, heidnische Welt, verschwand mit dem Aufstieg des Christentums zur Staatsreligion   noch lange nicht – sie existierte in Erinnerung und Bewusstsein der Bevölkerung, die nun christlich war. Ein schönes Beispiel für das Zusammenleben von  verschiedenen Ideen und Glauben liefert der Kopfstein beim Stadttor Porta Caesarea in Salona. Darauf war zur Zeit als sich das Christentum sowohl in der Stadt als auch im Staat bereits affirmiert hatte ein Relief mit dem Gesicht der heidnischen Göttin Tyche zu sehen,  die in ihren Händen eine Flagge und Symbole des Wohlstands hielt, und auf eine glückliche und reiche Stadt hindeutete. Ähnliches konnte man auch auf den Friedhöfen beobachten, wo Christen und Heiden nebeneinander lagen, bzw. die Christen oft in den Schichten oberhalb der Heiden begraben wurden (ein Beispiel dafür liefert die Westnekropole Hortus Metrodori.

Die christliche Stadt entstand hauptsächlich um den Bischofssitz, in Salona, unweit vom ersten Oratorium, welches, so glaubt man, illegal in einem Privathaus geschaffen wurde.  In der Nähe wurde Mitte des 4. Jahrhunderts eine Kirche errichtet, welche sich später, im Laufe der Jahrhunderte zu einem großen Kathedralenkomplex mit zwei Basiliken, Taufbecken und Bischofspalast entwickelte.

Gotische Herrschaft und Wiederaufbau durch den Kaiser Justinian

Noch am Ende der alten Ära kämpften mehrere römische Feldherren an der Westgrenze des Reiches und eroberten dabei Gebiete, in welchen Gallisier  (heutiges Frankreich), Germanen (große Teile Deutschlands) und Illyrer (Westbalkan) lebten. Einige Jahrhunderte später passierte genau das Gegenteil: germanische Völker, und vor allem die Ostgoten, greifen das abgeschwächte Reich an und drängen auf sein Territorium vor. Es kam zu einer Reihe von Kriegen,  unter welchen der sogenannte gotische Krieg am bekanntesten war.

In der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts zur Zeit des Kaisers Justinian, (527.-565.), war Salona als ein wichtiger Stützpunkt der gotischen und kaiserlichen Feldherren im  Zentrum des Geschehens. Als das kaiserliche Heer die Gotten aus diesem Gebiet vertrieb, eroberte es zuerst die Festung (castrum) Klis, wie der Historiker und Chroniker Prokopius aus Cäsarea (erste Hälfte des 6. Jahrhunderts) in seinem Werk Gotischer krieg beschrieben hat. Der byzantinische Feldherr Konstantin sanierte danach die Mauern; die bestehenden rechteckigen Türme bekamen, in Einklang mit der damaligen Verteidigungstaktik, Endungen in Form eines Dreiecks, die auch heutzutage erhalten sind und an der Nordseite des Friedhofs  Manastirine besichtigt werden können. Auch der berühmte Feldherr des Kaisers Justinian, Belisar, der gegen die Ostgoten kämpfte, verbrachte mit seinem Heer im Jahr 545. einen Winter in Salona. Danach fiel Dalmatien unter die Herrschaft des kaiserlichen Prokonsuls, bzw. es herrschte der Präfekt mit Sitz in Salona.

Das Ende des 6. Jahrhunderts bringt mit sich neue Gefahren, doch das Interesse des  Reiches an diesen Gebieten schwindet. Nämlich, die Verteidigung von Konstantinopel war damals viel wichtiger. Als Awaren im Jahr 582. die Stadt Syrmium (heutzutage Mitrovica) eroberten, die eine wichtige Verkehrsschnittstelle war, begann allmählich wieder die Besiedlung von Ost- und Westbalkan. Dieser Teil des Staates war damals schlecht verteidigt, denn das meiste Heer kämpfte im Krieg gegen die Perser. Aus dem Osten kamen die  Barbaren und erreichten gerade über die Stadt Syrmium das Zentrum von Balkan (Ilyrikum) mit dem heutigen Bosnien und Dalmatien.

Erster Untergang von Salona

Von vielen historischen schriftlichen Quellen, welche auf verschiedene Weise über die letzten Jahrzehnten von Salona erzählen, sind einige sehr wichtig. Diese sind: die Korrespondenz zwischen dem Papst Gregor dem Großem (590-604) und den Erzbischöfen von Salona, insbesondere mit Maksim, dann die Geschichte Salonas (Historia Salonitana) von Archidiakon Toma (1200-1268), die Historia salonitana maior (Größere Geschichte von Solin), das Werk eines unbekannten Autors, allem Anschein im 16. Jahrhundert durch Kombination der Handschriften von Toma und einigen anderen schriftlichen Quellen entstanden, sowie die Schrift Über Verwaltung des Kaisertums (De administrando imperio) des byzantinischen Kaisers Konstantin Porphyrogennetos (913-957). In den Texten dieser Autoren gibt es Neuigkeiten, welche annehmbar und genau sind, welche heute verständlich sind, aber es gibt auch solche, welche Zweifel hinterlassen, so dass über sie in der Historiografie seit jeher diskutiert wird und man versucht, die geschichtliche Wahrheit herauszufinden.

Im Gegensatz zu den Historikern, welche suchen und versuchen, das genaue Datum des „Falls“ von Salona, bzw. der Eroberung durch Awaren oder Slawen, präziser festzustellen, sind wir der Auffassung, dass der Untergang von Salona in einem Prozess des Untergangs der breiteren Umgebung und des sukzessiven Verlassens der Stadt zu betrachten ist. Die immer nähere Gefahr zwang die Einwohner, ihre Stadt zu verlassen und entweder in den unweiten Diokletianpalast, um so eine neue Stadt zu gründen, Split (Spalatum), welche der Nachfolger der römischen Salona wird, oder auf die umgebenden Inseln, wo sie Überlebenschancen hatten, umzuziehen. Einige sind allem Anschein nach, an den getrennten und bescheidenen Anwesen geblieben, wie es auf dem ganzen damaligen Gebiet Europas, welche von neuen Völkern besiedelt wurden, war: zum Beispiel in Norditalien, wohin die Langobarden hingezogen waren, in Frankreich, wo sich die germanischen Franken ansiedelten oder zum Beispiel in Spanien, welches von den Westgoten erobert wurde.

Verlassen von den Menschen und isoliert durch Unterbrechung dieses wichtigen Verkehrswegs See-Küste-Inland, verliert das Gebiet von Salona ihren Wert und Bedeutung, welche sie bis dahin hatte und wird vollständig verländlicht. Die Zuwanderer brachten nicht neue Werte, sie haben nur geerbt und, wie auch anderswo in der damaligen Welt, einige Errungenschaften der reichen antiken Kultur angenommen. In dieser gegenseitigen Beziehung, welche sich sehr lange entwickelte, geht das Gebiet von Salona in das Mittelalter hinein. Es scheint, unter einem beträchtlichen Einfluss der Kirche Salonas, die das Gebiet ihrer Zuständigkeit, zumindest einen wichtigen Teil davon, auf das nahe gelegene Spalatum übertragen hat.

Zuwanderung von Kroaten

Allen Eroberern, welche an der Schwelle des Mittelalters den europäischen Teil des Reichs angegriffen haben, waren entweder die Städte wegen der Beute, oder Gebiete, welche sich zum Niederlassen eignen, das Hauptziel. So haben zum Beispiel die Wandalen Rom geplündert, die Goten haben Ravenna erobert, die Langobarden Mailand und Pavia, die Awaren Sirmium und die Slawen, Salona. Vor der Gefahr, welche sich der Stadt näherte, haben die Bewohner von Salona die Stadt verlassen und sind Flüchtlinge geworden. Sie sind, wie es der Archidiakon Toma schreibt, auf die umgebenden Inseln und in den Diokletianpalast gegangen, und sind nicht wieder in ihre Stadt zurückgekehrt. So ist die neue Stadt Split auf dem Untergang einer anderen Stadt entstanden. Später kam es auch zu einer politischen Auseinandersetzung auf dem Gebiet Salonas, weil auf dem Gebiet der ehemaligen Metropole zwei politische Organisationen gegründet wurden: der kroatische Staat und die Stadt Spalatum mit einer kleinen Umgebung, welche lange Zeit ein Teil des byzantinischen Gebiets an der Adria war, ähnlich wie Ragusa (Dubrovnik), Tragurium (Trogir), Iader (Zadar) und die Städte auf den Inseln Krk, Cres und Rab.

In der Wissenschaft wird immer noch über die Zeit diskutiert, als die Kroaten das Gebiet, wo sie den frühmittelalterlichen Staat gründeten, angesiedelt haben. Genauer, hauptsächlich diesen Dreieck von Gebieten, die mit Flüssen Zrmanja und Cetina und der Meeresküste begrenzt sind, das Gebiet Mitteldalmatien, wo damals drei wichtige damalige Zentren: Nin, Knin und Solin waren. Über diese Zuwanderung gibt es sehr wenige historische Quellen, worüber mehr als hundert Jahre diskutiert wird. 

Kroaten sind nach einem Vorschlag der Wissenschaftler einige Jahre nach dem ersten slawisch-awarischen Durchbruch also in der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts angekommen, und nach dem anderen Vorschlag, was uns auch viel wahrscheinlicher scheint, rund das Jahr 800. Sie haben sich, wenn es um dieses Gebiet geht, außerhalb der alten römischen Stadt Salona angesiedelt, in den Osten neben den Fluss Salon und in den Westen, bis Trogir. Sie haben die Gebiete „ohne Herren“ beziehungsweise geflohener Herren, dann die Gebiete salonitanischen Kirche, Staatsgeländer u.ä. bevölkert. So war es damals auch überall in der damaligen Welt.  

Die Zuwanderer Kroaten und die Urbewohner, eigentlich Salonitaner in der Kaiservilla– Einwohner vom Spalatum - Splićani, lösen in Übereinstimmung mit der Kaiserregierung in Konstantinopel l ihre wichtigsten Probleme: sie legalisieren den Einzug in das Haus des Kaisers, in den Palast, der im staatlichen Besitz war, und die Kroaten sichern den Aufenthalt im besetzten Gebiet. Die Grenze wird festgelegt! Aus Konstantinopel kommen die Anweisungen, die Befehle vom Kaiser an die Führer der Goten und Slawen (so schreibt Toma nieder, es ist wahrscheinlich annähernd wahr, oder mindestens wahrscheinlich) den Bewohnern von Split in der Stadt wohnen zu gestatten, und nach dem alten Recht das Gebiet ihrer Stadt Salona zu genießen. Damals wurde, wie es in der Historiografie steht, die Grenze zwischen dem Split Gebiet und dem Gebiet unter Regierung der Zuwanderer Kroaten geschafft. Sie erstreckte sich, wie L. Katić zeigte, von Vranjic den Fluß Solin entlang in Richtung Nordosten. Leider ist nicht zuverlässig festzustellen, wann das vereinbart wurde, obwohl geglaubt wird, dass diese Verhältnisse zwischen den Urbewohnern und den Zuwanderern kurzfristig nach der Zuwanderung von Kroaten in das Gebiet Mitteldalmatien hergestellt wurden. Die Abgrenzung war bestimmt zur Zeit der Gestaltung der kroatischen Gebietsregierung vorhanden, wahrscheinlich anfangs des 9. Jahrhunderts, nach der Regelung von Verhältnissen zwischen dem Fränkischen Reich und dem Byzantinischen Reich durch den bekannten und für alle kroatische Gebiete sehr wichtigen Frieden von Aachen aus dem Jahr 812.

Annahme des örtlichen Erbes

Botschaft des Papstes Johannes Paul II an die Jugendlichen
Als die Kroaten dieses Gebiet erreichten, suchten sie, wie auch alle anderen damaligen Völker, die in den europäischen Raum umgezogen waren, nach einer passenden Landschaft, einem Stück Erde, auf dem sie ihr Leben systematisch und organisiert aufbauen könnten. Gerade eine solche geeignete Landschaft fanden sie zwischen dem Gemeindegebiet von Trogir und dem Fluss Žrnovnica, und weiter östlich entlang des Meeres und im Gebiet von Zamosorje. Es handelt sich um den Ager von Salona, das heutige Feld von Kaštela, Solin und bis vor kurzem auch von Split, sowie Poljica in Richtung Srinjine, Tugari und Gata, den Dörfern, die in alten Urkunden erwähnt werden, die um das Jahr Tausend auch im Kopialbuch des Klosters des Heiligen Peters in Selo (Jesenice) aus dem 11. Jh erstellt wurden.  Geprägt durch diverse geographische Konfigurationen, worunter fruchtbarer Boden, Wälder, Gewässer und sonnige Hänge und ein äußert mildes Klima, übte es eine große Anziehungskraft auf Zuwanderer aus. Zu erwähnen ist auch der Hafen von Salona, der sich zum Handel mit dem Hinterland eignet.

Nicht nur das hundertjährige Kulturerbe war sehr bedeutend sondern auch das Erbe der christlichen Kirche, die im Gebiet von Dalmatien und insbesondere in dem von Salona schon Ende des 5. Jahrhunderts sehr gut gegliedert war. So fügen sich auch die Kroaten in diese Welt ein und bringen etwas Eigenes mit, bewahren, erhalten und entwickeln aber wahrscheinlich das Wichtigste – die eigene Sprache! Das ist beispielsweise weder den Germanen - den Franken und anderen Zuwanderern in Gallien (das heutige Frankreich) noch den Westgoten in Spanien oder den Langobarden in Norditalien gelungen. Sie alle nahmen die Sprache der alten autochthonen romanisierten Ureinwohner an.

ls sie das Gebiet unterhalb der Gebirge Kozjak und Mosor erreichen und sich dort niederlassen, gründen die Kroaten drei Zentren, was historische Urkunden und materielle Spuren bezeugen: in dem heutigen Bijaći, in Klis mit einem Teil des Gebietes von Salona entlang des Flusses und in Podstrana - curtis sancti Martini. Für das erste Zentrum gibt es archäologische Belege (Fragment der Altarschranke mit dem Namen des Priesters Gumpert), die Schenkurkunde des Fürsten Trpimir, erstellt in loco qui dicitur Byaci im Jahr 852, vom Zweiten gibt es Zeugnisse des Priesters Gottschalk, der sich um 846 – 848 beim genannten Fürsten aufhält und das dritte Zentrum, das Gebiet um Podstrana, ist in der Vereinbarung des Dogen Petar Trondonik mit dem Fürsten Mislav um das Jahr 839 belegt, worüber der venezianische Chronist Ivan Đakon berichtet.

Große Jahrhunderte der kroatischen Geschichte

Das neunte und zehnte Jahrhundert sind das Zeitalter, in dem das mittelalterliche Kroatien gebildet wird. Sowohl in dem gesamten Gebiet von Mitteldalmatien, im Hinterland von Zadar, Split und Trogir bis Knin, wo Dalmatien aufhört, als auch auf dem einzelnen Karstfeld, das die Grundlage des Bestehen jedes Stammes, jeder Gespanschaft und letztendlich des Staates darstellt. Kroatien bestand nämlich als eine Gruppe von selbständigen Gemeinschaften, die durch die Herkunft, Sprache, Herrscher, Lebensweise, danach Tradition und letztendlich durch den christlichen Glauben, den sie im 9. Jahrhundert angenommen haben, verbunden waren. Diese beiden erwähnten Jahrhunderte boten einige hervorragende Bestätigungen der kroatischen Anwesenheit in der neuen Heimat, ganz gleich ob es sich um materielle Reste und Bauwerke handelt, die zu dieser Zeit errichtet wurden, oder um die Taten einiger kroatischen Anführer.

Die mittelalterlichen Fürsten hielten sich gerne in einer bestimmten, ihnen aus irgendeinem Grund vertrauten Gegend auf. Die Gründe dafür sind nicht einfach zu bestimmen; wahrscheinlich spielten die wirtschaftlichen eine wichtige Rolle. So war, wie wir es soeben beschrieben haben, Fürst Mislav wahrscheinlich mit dem Gebiet von Solin-Kaštela und Postrana verbunden, Trpimir mit Klis, Jelena und wahrscheinlich auch Zvonimir mit Solin (Sarkophag der Königin und die königliche Krönung in diesem Ort) etc.  Hier erwähnen wir natürlich diejenigen, inwieweit uns bekannt ist, die direkt mit dem Gebiet von Solin verbunden waren und über die es wertvolle Beweisstücke für ihre Taten in diesem Gebiet gibt.

Eine interessante und sehr wertvolle geschichtliche Tatsache aus der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts bringt die Anekdote, die mit Fürst Mislav verbunden ist und die die Ereignisse in unmittelbarer Nähe von Salona, in Podstrana, einem Ort in der Republik Poljica, beschreibt.  Da zu dieser Zeit, wie es üblicherweise von der Geschichtsschreibung gehalten wird, die slawische, neretvaner und kroatische Seeräuberei, die dem Seehandel einen erheblichen Schaden zufügte, der sich zu dieser Zeit gerade entlang der östlichen Adriaküste zu erholen begann, machte sich der venezianische Doge Petar Trondonik mit seinen Booten südwärts auf dem Weg, um Ordnung zu schaffen. Laut dem Chronisten Ivan Đakon traf er sich beim Anwesen bekannt als Heiliger Martin (apud curtem sancti Martini), in der erwähnten Podstrana, mit dem kroatischen Fürsten Mislav, mit dem er Frieden schloss. Danach begab er sich zu den neretvarner Inseln Brač und Hvar, um dasselbe mi dem dortigen Herrscher zu machen.

Einer der Sitze des kroatischen Fürsten konnte zu dieser Zeit in Bijaći, in der Nähe von Trogir, in Solin, und, zweifellos, in Klis sein. Dieses römische Militärlager (Castrum) wird schon in den geschichtlichen Urkunden mit dem Fürsten Trpimir verbunden, insbesondere bekannt durch die Abschrift der Urkunde, die in 852 in Bijaci erstellt wurde, mit der die Beschenkung seines Vorgängers Fürsten Mislav bestätigt wird. Trpimir beherbergte nämlich zwischen 846 und 848 auf seinem Anwesen in Klis oder in seiner Nähe, unterhalb des Castrums, möglicherweise in Rupotina, den bekannten sächsischen Prediger Gottschalk, der darüber in seinem Werk De trina deitate berichtet. Weil er sein eigenes Lernen predigte, das dem offiziellen widersprach, wurde er aus der Kirche exkommuniziert und suchte Zuflucht in Italien, in Friual und so auch beim kroatischen Fürsten. Gottschalk war einer der größten Geister seiner Zeit und in diesem, dem Anschein nach, kleinen Detail wiederspiegelt sich die Bedeutung Kroatiens Mitte des 9. Jahrhunderts.

Inschrift der Königin Jelena

Die kroatische Königin Helena (Jelena) ist nur aus Angaben bekannt, die wir aus ihrem berühmten Epitaph schöpfen, der Grabinschrift, gemeißelt in den Sarkophag, der 1898 auf der Insel Gospin otok in Solin entdeckt wurde. Als Person und Persönlichkeit wurde sie in der nationalen Geschichtsschreibung häufig nur als Wohltäterin dargestellt, wie das in der romantischen, bürgerlichen und religiösen Praxis des 19. Jahrhunderts und am Anfang des 20. Jahrhunderts üblich war. Doch ihre Bedeutung war eine ganz andere, und geht man vom erhaltenen Epitaph aus, war ihre Rolle mit der Rolle anderer Herrscher und Herrscherinnen dieser Zeit vergleichbar.  Hier wurden unter anderem auch die Aufgaben gemeißelt, die sie als Königin ausüben musste; diese stimmen in ihrer Gesamtheit mit den damaligen Pflichten und Verpflichtungen der Herrscher überein, die ihnen infolge des römischen, aber auch byzantinischen (Justinianischen) Rechtes zustanden. Das ist ein eindeutiger Beweis für die Eingebundenheit des damaligen kroatischen Staates und, bildlich dargestellt, des kroatischen Herrscherhauses, in das geistliche (zivilisierte) System der damaligen Welt:  ins europäische, karolingische und das östliche, griechisch-byzantinische.

Der Inschrift werden wir etwas mehr Aufmerksamkeit schenken.

Mit großer Geduld und viel Eifer legte F. Bulić fast hundert Teile des zerbrochenen Sarkophags zusammen und stellte einen Großteil des Textes der Grabinschrift der Königin wieder her. Wissenschaftler, die diese zusammengesetzten Fragmente später durchgelesen haben, ergänzten manche Lücken auf ihre Art und Weise, doch der Sinn blieb erhalten.  Hier geben wir unsere Deutung wieder, die wie folgt lautet:  In diesem Grab ruht die berühmte Helena, die Frau des Königs Mihajlo und Mutter des Königs Stjepan. Sie herrschte über das Königreich. Am achten Tag vor den Oktober-Iden wurde sie hier im Frieden begraben, im Jahre 976 nach der Verkörperung Gottes, in der 4. Indiktion, im  5. Mondzyklus, in der 17. Epakte, im 5. Sonnenzyklus, der sich mit dem 6. überschneidet. Sie, die zu ihrer Lebzeiten  Königin war, ist auch zur Mutter von Waisenkindern und Beschützerin von Witwen geworden. Siehst du hier zu, oh Mensch, so sprich: Herr, erbarme Dich ihrer Seele".

Warum ist diese Inschrift von Bedeutung? Zu allererst, weil die vierte Zeile die familiäre Beziehung zwischen zwei kroatischen Königen durch die verstorbene Gemahlin, beziehungsweise Mutter aufdecken lässt. Außerdem wird darin das genaue Sterbedatum der Königin erwähnt, womit es zu den seltenen genauen und  glaubwürdigen Daten in der älteren kroatischen Geschichte zählt. Des Weiteren weist es auf die Tradition der Verfassung von Inschriften in Salona hin, was von der geistlichen und kulturellen Entwicklungsstufe der damaligen kroatischen Gesellschaft zeugt. Zuletzt, aber nicht weniger wichtig,  enthält diese Inschrift einen kurzen Satz, aus dem ersichtlich ist, dass im kroatischen Staat zu jener Zeit Normen des römischen und byzantinischen Rechts in Kraft waren.  In der Inschrift steht nämlich, dass Königin Jelena die Beschützerin von Waisenkindern und Witwen war. 
Diese Beschützer- und Fürsorgerolle war nicht so etwas wie eine persönliche Tugend; sie gehörte Herrschern und Bischöfen;  so steht auch beispielsweise in der Grabinschrift des Erzbischofs von Split, Erzbischof Martin, Jelenas Zeitgenossen, dass er Beschützer von Witwen und Vater von Waisenkindern war. Ähnliches ist auch im Brief zu lesen, mit dem der kroatische König unmittelbar nach seiner Krönung einen Treueeid an Papst Gregor VII ablegt. Er verspricht Arme, Witwen und Waisenkinder zu beschützen. Dieser kroatische Ban wurde nämlich vom päpstlichen Gesandten Gebizon in Salona im Jahr 1075 zum König gekrönt, in der Basilika des Hl. Peters und Moses, heute bekannt als Šuplja crkva (Hohle Kirche). Schöne Beispiele, die zeigen, dass Kroatien damals auf dem Niveau europäischer Staaten war. Diese und ähnliche Sätze sind nämlich, wie wir es schon soeben erwähnt haben, in den damaligen zivilisierten Staaten bekannt, zum Beispiel in den Gesetzesbüchern von Karl dem Großen.

Zeitalter des kroatischen Adeltums und der dalmatinischen Kommunen

In der späteren Epoche des Mittelalters, als zwischen den Herrschern und der Arpad-Königsfamilie ein Bündnis geschlossen wurde, änderte sich im Wesentlichen die politische Situation in diesen Gegenden. Als die wirtschaftliche Entwicklung auf den Spuren der gesellschaftlichen Evolution eine besondere Form des dalmatinischen Feudalismus hervorbrachte, treffen nicht die Interessen einer Stadt, des römischen Salona, sondern zweier Städte, Trogir und Split, auf die Interessen des Herrschers des Catrums von Klis. Das ist das Zeitalter des kroatischen Mittelalters, das auch in diesen Beispielen,  auf dem Gebiet von Salona-Solin,  seine großen hundertförmigen und immer interessanten Physiognomien aufweist.

Als infolge ständiger gesellschaftlicher Geschehen wirtschaftliche Voraussetzungen für die Errichtung eines Ständestaates auch in diesem Gebiet geschaffen wurden, kam es auch in Kroatien zum Wechsel des Herrscherhauses. Die Adeligen benötigten einen König, der die formale Herrschaft ausübte, der sie aber nicht daran hindern sollte, eine größere Unabhängigkeit zu erlangen. Zu jener Zeit entsprach ihnen nämlich ein schwächerer Herrscher unter dem sie leichter zur Unabhängigkeit kommen könnten. Die einheimischen Adeligen bewahrten unter den Herrschern der ungarischen Arpad-Familie, bzw. der französischen Anjous eine bedeutende Unabhängigkeit, die umso größer war, je stärker, mächtiger, reicher und weiter entfernt sie vom König waren.  Aus diesem Grund passte es ihnen sehr, dass das Königshaus und der König ihren Sitz sogar in Ungarn hatten. Dies gehört neben den zahlreichen anderen Besonderheiten zum Wesen des neuen Zeitalters, das im 12. und dem nachfolgenden Jahrhundert eintrat. Deshalb werden auch in Kroatien einige Familien, wie beispielsweise die Šubići Bribirski, mächtige Herrscher europäischen Ranges. Den Menschen in diesem Zeitalter, besonders den hochrangigen Personen und Adeligen, waren weder die Sprache, mit der sie sich verständigten, noch die nationale Zugehörigkeit, Nationalität von Bedeutung sondern der gesellschaftliche Status, so dass als Oberhaupt gerne Fremde gewählt wurden, insbesondere diejenigen, die häufig weit entfernt vom Schauplatz sind.  Die Adeligen hingegen werden zu gegenseitigen "Fremden" und Erzfeinden, die hartnäckig um die Vorherrschaft über ein Gebiet, eine Straße, Straßenkreuzung, Brücke, einen Hafen, ein Feld usw. kämpfen. Das ist eines der Merkmale der mittelalterlichen Gesellschaft.

Das Gebiet von Solin bis zu den türkischen Angriffen

An Stelle des ehemaligen Salona ist nie wieder eine Stadt, eine eingerichtete Wohnstruktur, entstanden. Stattdessen entstanden kleinere Siedlungen – Dörfer: Prosik, Kuk (Kučine), Smoljevac und das heutige Vranjic, Sućurac pod Sv. Jurom na Putalju, und eine größere Anzahl an Dörfchen, deren Namen heute unbekannt sind, über die die meisten Schlussfolgerungen aufgrund geschriebener historischer Quellen und der darin erwähnten Ortsnamen gezogen werden können, aber auch aus erhaltenen Kirchen, entdeckten Gräbern, verschiedenen Ruinen, archäologischen Forschungen, zufälligen Funden (Glavičine, Gajine, Majdan,) oder besonderen, heute noch aktuellen Ortsnamen.

Während dieser Jahrhunderte des späten Mittelalters hatte der Fluss von Solin, heute Jadro genannt, eine große Bedeutung, da er die Grenze zwischen dem Gebiet von Split und Klis bildete, später auch das türkische und venezianische Anwesen voneinander trennte. Er war allerdings mehr eine formale als eine richtige Grenze. Die Türken bestürmten im 16. und 17. Jahrhundert sehr häufig das Gebiet von Split. Umgekehrt war das natürlich auch der Fall. Zweifellos war dieses Gebiet damals sowohl für die einen, als auch für die anderen von großer Bedeutung: während die Ersten, die Türken, bestrebt waren, jede Hilfe an Klis zu verhindern, versuchten die Einwohner von Klis sich diese Hilfe zu verschaffen. Darin widerspiegelt sich auch die Bedeutung des naheliegenden Hafens von Solin. Der Fluss jedoch war nicht nur eine fiktive Grenze zweier Welten, der westlichen, der venezianischen, und der osmanischen, der türkischen, sondern hatte auf Grund der zahlreichen Mühlen und Stampfwerke, die auf dem Fluss seit dem frühen Mittelalter errichtet wurden, auch eine wirtschaftliche Bedeutung.

Schon im 13. Jahrhundert, im Zeitalter der vorteilhaften Handelsbeziehungen, die sich zwischen der Küste und dem Hinterland zu entwickeln begannen, verursachte die Aufsicht über dem Klis-Pass, d.h. der Festung  und der Nutzen, der aus dem Verkehr über diesen Pass gezogen werden konnte, Auseinandersetzungen zwischen zahlreichen angesehenen kroatischen Adelsfamilien. Zu den ersten und angesehensten gehörte die Familie Šubić. Sie hatten noch vor der Klis-Episode von Bela VI,  als dieser ungarische König 1242 vor den Tartaren floh und in Dalmatien, Klis, Split und Trogir Zuflucht fand, vom Fürsten Domald das Kastell übernommen und es ihrer Macht unterworfen. Die Anwesenheit der Šubići Bribirski kommt um die Wende zum 14. Jahrhundert und in seiner ersten Hälfte besonders zum Vorschein.  Sie hatten damals denselben Rang wie der hohe Stand der europäischen Adelsklasse, waren Gäste der Anjous in Neapel, des Papstes in Rom, Gesprächspartner der Venezianer, und herrschten über ein riesiges Gebiet entlang der Küste bis tief ins Hinterland. Klis war damals zweifellos der Sitz der feudalen Herrschaft einer mächtigen und angesehenen Familie. Die erwähnten Interessen der beiden Städte Trogir und Split und der Herrscher von Klis verflechten sich im Gebiet von Solin; so verlaufen die Jahrhunderte bis zum Zeitpunkt als Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts die türkische Gefahr vermutet wird.

Die Auseinandersetzungen der kommunalen Regierung, Fürsten und städtischen Herrscher mit den Venezianern und den kroatischen Adeligen, die im Zeitalter der kroatisch-ungarischen Könige (13. – 15. Jahrhundert) oft Interesse auch an Klis, Solin, Split und Trogir zeigen, bieten keine wichtige Angaben über die hier kurz dargestellte historische Geschichte von Solin.

Um die Verhältnisse zu verbildlichen, ist Domald zu erwähnen, der Fürst von Split und sehr mächtiger Lehnsherr, der Anfang des 13. Jahrhundert über Klis waltete. Nachdem er sich gegen die Einwohner von Split aufbegehrte, benahm er sich ihnen gegenüber feindselig, und zwar gerade von Klis aus, wo sein Sitz war. Es gab eine Vielzahl an solchen geschichtlichen Persönlichkeiten.

Der zweite Untergang von Solin – die türkische Besatzung

Ende des 15. Jahrhunderts wurde auch hier eine türkische Gefahr vermutet, da sich diese Macht ausbreitete und dem Gebiet von Dalmatien näherte. Nach der Eroberung des bosnischen Staates im Jahr 1463 konnte sie mit Leichtigkeit dalmatinische Gebiete angreifen und erobern: Die türkischen Truppen näherten sich immer mehr dem Gebiet von Solin. Deshalb war Klis, wie auch während der gotischen Kriege zu Justinians Zeiten im 6. Jahrhundert, in der gleichen Lage wie verwandte Festungen im Hinterland: Bribir und Knin, teilweise auch Skradin, die den Raum und die Gebiete im Westen zu verteidigen hatten. Da Klis ein sehr bedeutender Verteidigungspunkt war, wurde es zu einem wichtigen Ziel des Angreifers.

In diesem Sinne gewinnt das Gebiet von Solin sowohl für die Venezianer als auch für die Türken an Bedeutung. Vom türkischen Reiseschriftsteller Evlija Öelebija (1611 – um 1682) wird eine wertvolle Nachricht übermittelt, die lautet: "Um Klis zu erobern, unterbreitete Gazi Husref-Bey den Vorschlag (dem Sitz in Konstantinopel) im Jahr 1534, Solin zu befestigen. Seinem Vorschlag wurde zugestimmt, so dass in dieser Stadt eine Festung errichtet wurde, die aus gemeißeltem Stein in Form eines Vierecks erbaut wurde." Sicherlich handelt es sich hier um Gradina. Ob es sich um die Verstärkung und den Wiederaufbau der Festung handelt, über die F. Bulić und Lj. Karaman der Meinung sind, dass der Bischof von Split Ugolino de Mala Branca sie im 14. Jahrhundert erbauen ließ, ist immer noch schwierig zu urteilen.  Sie wurde von den Einwohnern von Klis zerstört, dann erobert, danach von den Türken wieder eingenommen und wieder aufgebaut, verstärkt, da sie für den Betrieb des Hafens von Solin von herausragender Bedeutung war.

Einer türkischen Truppe ist es schon 1471 gelungen, bis zum Feld von Split vorzudringen; sie plünderte und hinterließ Verwüstungen.    Die Venezianer, die über Dalmatien herrschen, vermeiden aus politischen Gründen Konflikte mit Konstantinopel. In erster Linie sind sie um die gesamten politischen Beziehungen, somit auch die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen, insbesondere im östlichen Mittelmeerraum bemüht. Und trotzdem werden eineinhalb Jahrhunderte blutige und grausame Kriege geführt: Es gab zahlreiche Konflikte zwischen den Osmanen, Bekehrten, Walachen, Uskoks (Söldner), den Truppen von Poljica, Split und Kaštela und europäischen Söldnern - mit wechselhaftem Erfolg, aber mit fürchterlichen Leiden und Plünderungen, die die gesamte Gegend verarmten. Der Höhepunkt der tragischen Vergangenheit war die hartnäckige Schlacht des Hauptmannes, Kastellbesitzers und Fürsten von Klis, des oben erwähnten Peter Kružić, der im Hafen von Solin im Jahr 1537 gefallen ist, ohne genügend Hilfe weder von seinem König, noch von Europa bekommen zu haben. Umsonst waren seine Bitten und Besuche bei hochrangigen ungarischen Amtsträgern und dem Papst in Rom. Das ganze Gebiet fiel samt Klis in türkische Hände. Aus der restlichen Bevölkerung, die überlebt hat, gründeten die neuen Herrscher unter der Verwaltung von Rustem-Pascha im Jahr 1541 Novo selo.  Die Einwohner, im Status von Kolonen, bearbeiteten das Land für die Einwohner von Split und die Türken. Das war ein Zeichen für das entstandene Zusammenleben von Eroberer und Ureinwohner.

Das venezianische Zeitalter

Wie die alte Stadt - Salona im 16. Jahrhundert aussah, kann im Bericht von G.B. Giustiniani gelesen werden, der schreibt:  "Der Edelmut, die Geräumigkeit und Pracht der Stadt Salona kommen durch die Wölbungen und Bögen des wunderbaren Theaters zum Vorschein (Amphitheater! Ž.R.), die auch heute noch zu sehen sind, durch das riesige, feinste Marmorgestein, das auf den dortigen Feldern verstreut ist, durch die schöne Säule aus drei Marmorstücken, die immer noch dort aufrecht steht, wo sich, Erzählungen zufolge, das Arsenal neben dem Meer befand, und durch zahlreiche Bögen aus einer wunderbaren Vortrefflichkeit, die auf sehr hohen Marmorsäulen beruhen, so hoch wie die Hand gestreckt werden kann, auf welchen sich das Aquädukt befand, das von Salona nach Split führte….Rundherum sind zahlreiche Ruinen und Überreste von Palästen zu sehen; auf vielen Fragmenten aus wunderschönem Marmor sind alte Inschriften zu lesen. Der Boden jedoch erhob sich und verschüttete die alten Steine und die wertvollsten Überreste: " Gute Angaben, die von dem allmählichen Verfall der Stadt und dem Verschütten großer Teile des Gebietes zeugen, von den Ablagerungen, die durch Regen und Bächer entstanden sind, vom Fluss von Solin, der seinen Wasserlauf wesentlich änderte und auf die Konfiguration des gesamten Deltas, von der Kirche Šuplja crkva über die Insel Gospin Otok bis hin zur Meeresküste, beeinflusste. 

Wie die Klis-Bewohner und deren Herrscher in den vergangen Jahrhunderten, so richten auch die Türken im 16. und 17. Jahrhundert einen Schaden an und verhindern die Entwicklung des Gebietes von Solin und Split. So wie der Erzbischof Ugolino da Mala Branca im 14. Jahrhundert das Kastell in Prosik errichtete (darüber wissen wir aus schriftlichen Urkunden, aber auf dem Grundstück in Prosika sind keine Befestigungsspuren zu finden), um sich von den Einwohnern von Klis zu schützen, so errichtete auch die venezianische Herrschaft anfangs des 16. Jahrhunderts eine Festung – ein Kastell auf der Brücke von Solin, um Split vor den Türken zu beschützen. 
Während der türkischen Besatzung großer Teile von Dalmatien gab es auch blühende Jahrzehnte, ruhige Beziehungen und fruchtbares Zusammenleben zwischen den Türken, der lokalen Bevölkerung und den Einwohnern von Split. So fand eine Anekdote aus dem alltäglichen Leben ihren Weg in die romantische Literatur, in den Epos von L. Botić Adel und Mara, der zweimal in eine Oper vertont wurde, zuerst von J. Hatze und dann von I. Parać.

Doch viel wichtiger waren die fruchtbaren Handelsbeziehungen, die dem Fortschritt der Stadt Split beitrugen, wo an der Küste Lazarette, Lager für Transitware und Quarantäne für Waren und Reisende errichtet wurden. Im späten 16. Jahrhundert, geprägt durch ziemlich ruhige politische, militärische und wirtschaftliche Beziehungen zwischen Venedig und der Türkei, wurde Split zu einem wichtigen Transitzentrum für den Handel mit dem moslemischen Hinterland. Auf Grund der Genehmigung der zentralen Behörden der Republik von Venedig und auf Initiative des angesehen Händlers, des spanischen Juden Daniel Rodrigo, wurde im Jahr 1581 mit dem Bau des Lazaretts neben dem südöstlichen Turm des Diokletianpalastes begonnen. Eine Zeit lang war es eines der größten am Mittelmeer: ein geräumiges Gefüge von Bauwerken mit Lagern, einem Zollamt und einer Bank sowie einer Quarantäne für Menschen, Waren und Rohstoffe, die auf dem Seeweg Split erreichten und dann über Solin, Klis und Trilj, beziehungsweise über Sinj tief ins Hinterland transportiert wurden. Der Hafen von Split hatte damals gut errichtete Anlegeplätze für eine größere Anzahl von Booten, die in den Hafen einliefen. Die fruchtbaren Handelsbeziehungen trugen der Entwicklung von Split und des gesamten Gebietes bei.

Die Kriege zwischen den Venezianern und Türken unterbrechen diesen fruchtbaren Handel, der auf See und Straßen abgewickelt wurde;  die Stadt Split und ihr gesamtes geographisches und geistiges Umfeld werden in einen bescheidenen Rahmen gedrängt, weil der Faktor, der den Handel aufblühen ließ und die Küste mit dem Hinterland verband, für eine lange Zeit, für viele Jahrhunderte sogar, verschwunden ist. Diese Beziehung wurde erst wieder zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufgestellt, als die Eisenbahn zuerst bis nach Sinj und danach viel später bis nach Zagreb (1925) gebaut wurde.

Gebiet von Solin und die Festung von Klis unter türkischer Herrschaft

Im eroberten Klis wurde ein Verwaltungsbezirk, bekannt unter der Bezeichnung Klis-Lika Sandschak gegründet, der sich von Konjic, Bosanski Grahovo über Gračac fast bis zum Meer, bis Skradin und Benkovac erstreckte. Diese großen und verschiedenartigen Gebiete waren in kleinere Einheiten unterteilt: in Kadiluks (Gerichtsbezirke), Nahije (Distrikte) und Kapitanije (Kapetaneiamt), zivile und militärische Strukturen. In dieser militärisch-administrativen Gliederung hatte Klis, ein Grenzort neben dem venezianischen Besitz am Meer, eine wichtige Aufgabe, so dass er durch eine starke militärische Truppe geschützt wurde. Aus strategischen Gründen versuchten die venezianischen Verwalter Dalmatiens immer wieder, Klis von den Türken zurückzuerobern: beispielsweise 1571, und dann in den nachfolgenden Jahren 1578 und 1586. Letztendlich betrat der Ivan Alberti, Adliger aus Split, 1596 Klis, aber nur für eine kurze Zeit. Außer militärischen Gründen, die wechselhafter Natur waren, war die Entwicklung der Ereignisse im Wesentlichen durch pragmatische Beziehungen zwischen der venezianischen Behörde und den Türken, bzw. der Habsburger zu den einen und anderen, abhängig. 

Globale politische Verhältnisse im Mittelmeer führten zum venezianisch-türkischen Krieg um Kreta (1645 -1649) und später auch zum Krieg in Morea (1684-1699). Im ersten Krieg war das Gebiet um Solin samt Klis im Hintergrund Schauplatz zahlreicher Schlachten; dieser strategische Punkt, die Festung über dem Pass, sollte nämlich unter die Aufsicht der Republik gestellt werden, um das Festland, das Hinterland Richtung Sinj, und weiter Richtung Knin und Livno zu kontrollieren. Die große venezianische Armee, zusammengesetzt aus zahlreichen Söldnertruppen und lokaler kroatischer Bevölkerung, versammelte sich 1648 unter dem Kommando des Generals Leonardo Foscolo und weiterer militärischer Führer adligen Ursprungs, auf dem Feld von Solin, griff Klis an und eroberte es in einer sehr kurzen, nur einige Tage langen Schlacht. Bis zur türkischen Niederlage 1715 in Sinj gab es ständige Gefechte, Konflikte und Plünderungen; nach diesem Ereignis aber, das jedes Jahr in Sinj mit dem Ritterspiel Alka gefeiert wird, wurde die Grenze so weit verschoben, dass im gesamten Gebiet Frieden herrschte.

Gebiet von Solin nach dem Abzug der Türken: venezianische, französische und österreichische Verwaltung

Das Gebiet von Solin, verlassen und verwahrlost, erlebte das Ende der venezianischen-türkischen Kriege: die Befreiung von Solin (1647) und Klis (1648). Danach ließ Ende des 17. Jahrhunderts General Leonardo Foscolo das verlassene und öde Gebiet von Solin-Vranjica, vorwiegend die Halbinsel Vranjic, das Gebiet in Richtung Kaštela, dann Solin und das Gebiet um Kamena  mit, Schätzungen zufolge, 600 Familien besiedeln. Überwiegend kamen sie aus der Dalmatinska zagora, dem naheliegenden Hinterland, vorwiegend aus der Umgebung von Drniš, und brachten einen bescheidenen Schatz mit: einige Schafherden, etwas Großvieh und Pferde. Diese Bevölkerung gehörte verschiedenen Religionsbekenntnissen an: es gab Moslems und Orthodoxe, die sich nach der Besiedlung des Gebiets zum katholischen Glauben bekehrten und auf den Besitzen der damaligen Gutsbesitzer von Kastela und Split nach Arbeit suchten. Es ist interessant zu erwähnen, dass diese Zuwanderer auch ihre Bräuche, Wörter, Bezeichnungen, Spitznamen mitbrachten, obwohl auch gleichzeitig die älteren, türkischen Ursprungs in Gebrauch waren. Der ethnische und sprachliche Ursprung, die Zeit und Ereignisse kommen auch heute noch in manchen Eigennamen, Familiennachnamen und erhaltenen Ortsbezeichnungen (Meterize, Majdan, Arapovac, Megdan, Markezina greda usw.) zum Ausdruck. 
Die Zuwanderer waren der Wehrpflicht unterzogen und hatten den Auftrag, das besiedelte Gebiet zu verteidigen. Insbesondere deswegen, weil es bis 1715, bis zur Schlacht bei Sinj, räuberische Angriffe und gelegentliche Auseinandersetzungen mit türkischen Truppen gab, die aus dem Hinterland nach Klis bis zum Feld von Split stürmten.

Bedingt durch natürliche und wirtschaftliche Umstände, beginnt im 18. Jahrhundert die Erholungsphase der bescheidenen lokalen Landwirtschaft und Viehzucht. Um 1725 leben, laut Verzeichnis des Erzbistums Split, im Gebiet von Solin und Vranjica etwas mehr als 600 Einwohner, was eine relativ große Zahl ist. Solin selbst hat jedoch keine wesentlichen Fortschritte gemacht und bleibt auf der Entwicklungsstufe der damaligen kleineren Siedlungen, die in ganz Dalmatien entstanden oder zum Leben erweckt worden sind. Eine gewisse wirtschaftliche Bedeutung gewann Solin durch die uralten und neugebauten Mühlen und Stampfwerke, die von einem wirklich großen Gebiet entlang der Küste und der Dalmatinska zagora genutzt wurden. Neue Kirchen werden eingerichtet, umgebaut und gebaut, im bescheidenen rustikalen dalmatischen Barock, mit einfachen Formen, Dekorationen und intimer Atmosphäre. Eine historische Quelle aus dem Jahr 1658 besagt, dass in Kamen, d.h. in der Siedlung, die nach dem Rückzug der Türken aus dem Gebiet von Solin gegründet wurde, eine neue, dem Hl. Michael gewidmete Kirche erbaut wurde. Ähnlich war es in anderen benachbarten Dörfchen und Siedlungen; so wurde die Kirche in Klis Mariä Himmelfahrt und in Vranjic dem Hl. Martin gewidmet. In Solin wurde die Kirche Gospina crkva na Otoku errichtet.

Die Ruinen von Solin wecken das Interesse schon seit der Renaissance: Marko Marulić macht zusammen mit Dmine Papalić Spaziergänge durch diese Gegend, sammelt römische Inschriften und schreibt sie nieder. Doch es gab auch weniger edle Absichten! So belohnte beispielsweise der venezianische Proveditor 1678 den Dichter J. Kavanjina für seine Verdienste gegenüber der Republik mit Steinen, die von Bauwerken aus Solin stammten. Aus diese Weise wurde ihm die Verwirklichung seiner privaten Bauvorhaben erleichtert. Auch dem Erzbischof von Split, S. Cupilli, war es 1711 erlaubt, den Stein aus Solin zu nutzen. Ende des 18. Jahrhunderts wurden dem Proveditor von Zadar mehrere Kisten mit Steinen und Statuen geschickt.

Beispiele gibt es viele; von den weniger dramatischen sei zu erwähnen, dass die Einwohner von Split, Vranjic und Solin in ihre Häuser römische Statuen, Inschriften, architektonische Fragmente und andere alten Steine in einem großen Maße eingebaut haben. F. Carrara berichtet in seinem Werk Topografia e scavi di Salona, Trieste, 1859: „Die Geschichte lässt uns den Grund für die entstandenen Ruinen aufdecken; wie ich schon zu Beginn sagte, richtete die Barbarei der Alten weniger Schaden als der Vandalismus der Enkel an. Salona war für uns schon immer ein Steinbruch. Aus ihren Ruinen wuchs im fünfzehnten Jahrhundert ein Großteil des Kirchenturmes von Split und der Kathedrale von Trogir, von dort schöpften die Venezianer Baumaterial für manchen Palast, die Einwohner von Split für ihre Mauern und die Bewohner von Solin für Bauten aller Art..." Erwähnenswert ist jedoch, dass das Schicksal der Ruinen von Solin zu jener Zeit keine Ausnahme in Europa war, noch wurden die Handlungen der venezianischen Providuren, militärischen Führer und regionalen Befehlshaber, ausgerichtet auf die Zerstörung der hiesigen Denkmäler, nur in Salona vorgenommen und, wie es mancher Unwissende zu glauben pflegt. Im Bewusstsein vieler, auch ungebildeter Einwohner, war und ist es immer noch normal, eine Stadt, ganz aus Stein, zerstören zu können, um sich gerade aus einer solchen „Ruine“ Stein zu holen. Diese Praxis war in ganz Europa bekannt. Darin liegt die Pragmatik des gewöhnlichen Lebens oder, nur zeitweise, die bewiesene Einstellung der militärischen Strategie, die den Befehl erteile, das Amphitheater von Salona zu zerstören.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts reift eine allgemeine kulturelle und geistige Stimmung heran, in der archäologische Altertümer allmählich an Bedeutung gewinnen und einen allgemein anerkannten Wert bekommen: sie werden in Kollektionen und Museen gesammelt (Archäologisches Museum in Split wurde 1820 gegründet), Bücher werden darüber geschrieben, sie werden mit Feder und Pinsel (neben P. Zečević werden sie auch vom Arzt F. Bratanić gemalt) von Einheimischen, ausländischen Reiseschriftstellern und reisenden Malern belegt. 

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